→Springe direkt zum Inhalt

Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

26.09.2019 | Publikation

Wie Gesundheits-Apps genutzt und bewertet werden

Der TAB-Sensor Nr. 2 veranschaulicht die Ergebnisse einer bundesweiten Repräsentativbefragung zum Nutzen von Gesundheits-Apps und zu möglichen Handlungsfeldern aus Sicht der Bevölkerung.

Apps (Kurzform für Application Software) bestimmen zunehmend den Lebensalltag. Immer öfter nutzen Menschen Apps auch mit dem Ziel, positiv auf ihre Gesundheit einzuwirken. Die Apps eröffnen vor dem Hintergrund der Leistungssteigerung bei Smartphones und Wearables stetig neue Möglichkeiten, alltägliche Formen des Gesundheitshandelns von Menschen individuell angepasst zu begleiten. Die Apps erfassen, verarbeiten und veranschaulichen dabei gesundheitsbezogene Daten. Dies können Daten zu Nährwerten (Kalorien), Mengen und Zusammensetzung konsumierter Speisen, von Alkohol, Wasser oder Kaffee, oder aber auch Körperdaten, wie Schrittzahl, Puls, Kalorienverbrauch, Blutzucker , Gewicht, Atmung oder Schlafqualität, sein. Viele Nutzer gehen dabei sorglos mit ihren Gesundheitsdaten um. Ihnen ist nicht bewusst, dass ihre persönlichen Daten oft unzureichend gesichert sind.

Die Ergebnisse der im April 2019 durchgeführten repräsentativen Online-Befragung zeigen, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung Gesundheits-Apps nutzt. Die Nutzungshäufigkeiten unterscheiden sich jedoch recht deutlich und reichen von täglich bis zu monatlich.

Die Nutzenbewertung von Gesundheits-Apps fällt aus Sicht aller Befragten insgesamt recht positiv aus. Dies trifft auf Apps zu, die physiologische Parameter wie Herzfrequenz oder Blutzucker erfassen, aber auch auf Apps an der Schnittstelle zur Medizin, die beispielsweise der Selbstüberwachung krankheitsbezogener Symptome dienen.

Gesundheits-Apps, die zum Selbsterkennen von Krankheiten und Krankheitssymptomen wie Hautkrebs oder Atemnot genutzt werden können, bewertet hingegen lediglich etwa ein Drittel aller Befragten als nutzenstiftend – hier wird offensichtlich der ärztlich-medizinischen Kompetenz bei der Diagnostik ein deutlicher Vorrang eingeräumt.

Die Ergebnisse der bundesweiten Befragung stellen eine Ergänzung der Untersuchung des TAB zum Thema »Gesundheits-Apps« dar, die als TAB-Arbeitsbericht Nr. 179 erschienen ist.

Die Reihe TAB-Sensor stellt gesellschaftliche Wahrnehmungen, Bewertungen und Sichtweisen zu Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels vor. Grundlage sind empirische Erhebungen bei gesellschaftlichen Stakeholdern, die nach wissenschaftlichen Standards entwickelt und ausgewertet werden.

Zum Seitenanfang