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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Informationen zur Vergabe eines Gutachtens

Aktuelle Forschungen und Ergebnisse zu EMF-Risiken für Kinder und ältere Menschen

Thematischer Hintergrund

Der Themenkomplex elektromagnetische Felder (EMF) umfasst prinzipiell sehr viele unterschiedliche Aspekte – so etwa der gesamte Problembereich der Hochfrequenz-EMF (HF-EMF) und auch die möglichen Auswirkungen der alltäglichen Niederfrequenz-EMF (NF-EMF) der Stromnetze sowie der elektrischen Geräte mit den jeweiligen diversen Funktionen im privaten und öffentlichen Bereich auf die menschliche Gesundheit.

Die Auswirkungen nichtionisierender Strahlung niederer und hoher Frequenzen auf lebende Organismen sind seit Jahren Gegenstand intensiver Forschungen mit teilweise bzw. nach wie vor nicht eindeutigen, übereinstimmenden Befunden, woraus auch unterschiedliche und teils konträre Interpretationen resultieren. Zugleich bilden die als gesichert geltenden wissenschaftlichen Befunde zu biologischen Wirkungsschwellen bei technisch erzeugter elektromagnetischer Strahlung, unterhalb derer keine (identifizier- oder messbare) Wirkungen auftreten, die Grundlage für die Grenzwertempfehlungen der internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung ICNIRP sowohl für HF-EMF als auch für NF-EMF; sie bilden seit 1999 auch den Hauptinhalt der EU-Ratsempfehlung über die Begrenzung der Exposition der Öffentlichkeit durch EMF als Schutz- und Vorsorgemaßnahme. Nationale und internationale Expertengruppen und Institutionen – wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder die Strahlenschutzkommission (SSK) und das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland – orientieren sich in Grenzwertfragen an diesen Empfehlungen.

Mit der rasanten Digitalisierung nahezu aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens, die gleichzeitig mit einer starken Nutzung mobil einzusetzender Technologien verbunden ist, haben Zahl und Intensität elektromagnetischer Wellen erheblich zugenommen. In den kommenden Jahren wird mit dem weiteren Ausbau der digitalen Infrastruktur auch eine weitere Zunahme von EMF (bzw. zusätzlichen EMF-Quellen) erwartet, u. a. durch die nächste Mobilfunkgeneration (5G), im Rahmen des Stromnetzausbaus und der Forcierung der Elektromobilität (z.B. drahtlose Übertragung von Strom via Induktion). HF-EMF sind Grundlage digitaler, kabelloser Kommunikation z.B. zwischen WLAN-Routern und Rechnern, Tablets, Mobiltelefonen etc. im gesamten öffentlichen Raum und in praktisch allen privaten Haushalten. Zum Teil ist noch unklar, welche Wechselwirkungen zwischen den von den verschiedenen elektrischen Geräten erzeugten EMF zu erwarten sind. Mit dem verstärkten Auftreten elektromagnetischer Felder ist jedoch prinzipiell eine insgesamt höhere Belastung der Bevölkerung verbunden.

Zu konstatieren ist somit, dass die Wirkungen der verschiedenen EMF nach wie vor ein relevantes Themenfeld sind, insbesondere im Hinblick auf eventuelle gesundheitsbezogene Langzeitwirkungen; möglicherweise könnten Kinder, ältere oder kranke Menschen empfindlicher auf EMF reagieren. So sieht auch das BfS weiterhin Forschungsbedarf zur Klärung noch offener Fragen und hält es für erforderlich, durch gezielte Forschung abzuklären, inwieweit die Feldexposition der Bevölkerung minimiert werden kann (Bundesregierung 2016, Drs. 18/10600).

Leistungsbeschreibung des zu vergebenden Gutachtens

Im Rahmen des seit Mitte 2017 laufenden TA-Projekts »Mögliche gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Frequenzbereiche elektromagnetischer Felder (HF-EMF)« soll ein weiteres Gutachten vergeben werden.

Die nachfolgenden Hinweise stellen die inhaltlichen Schwerpunkte für die Erstellung von Gutachtenangeboten dar. Ergänzung, Änderung oder Konkretisierung der Untersuchungsaspekte sind durchaus möglich und sollten ggf. zwischen TAB und potenziellen Auftragnehmern im Rahmen der Angebotserstellung abgestimmt werden. Die Bereitschaft zur engen Kooperation mit dem TAB wird vorausgesetzt.

Thema: Aktuelle Forschungen und Ergebnisse zu EMF-Risiken für Kinder und ältere Menschen

Der Bearbeitungsaufwand sollte ca. 4 Personenmonate betragen

Von besonderer Relevanz ist die Perspektive bzw. die Fokussierung auf Forschungen, die zur verbesserten Risikobetrachtung der Exposition von Kindern, aber auch von älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen einen substanziellen Beitrag leisten. Da die heute lebenden Kinder und Jugendlichen vermutlich lebenslang und in zunehmenden Maße EMF-exponiert sein werden – und sie die höchste Exposition (genauso wie Erwachsene) durch die Nutzung der Mobiltelefonie erfahren –, ist die Frage nach möglichen Langzeitwirkungen von besonderer Bedeutung. So hat auch aufgrund der wissenschaftlichen Unsicherheiten hinsichtlich möglicher Langzeitrisiken bei intensiver Mobilfonnutzung die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation 2011 die HF-EMF in die Gruppe 2B der IARC-Skala eingestuft; d.h., nach Einschätzung der IARC gibt es nach gegenwärtigem Kenntnisstand begrenzte Hinweise auf kanzerogene Wirkungen dieser Felder. Diese Hinweise resultieren aus epidemiologischen Beobachtungen, können jedoch nicht oder nicht hinreichend durch experimentelle Befunde gestützt werden.

Im Rahmen des Gutachtens sollen die Ergebnisse aus aktuellen nationalen sowie auch internationalen Forschungen gesichtet und insbesondere darauf hin analysiert werden, ob relevante bzw. neue Erkenntnisse vorliegen, die substanziell die Diskussionen zu möglichen gesundheitlichen Auswirkungen bzw. Risiken der (HF-)EMF (u. a. experimentell, zellbiologisch, epidemiologisch) verändern könnten. Außerdem sollen mögliche Forschungslücken und Forschungsbedarfe identifiziert werden. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten und/oder Strategien zu einer sinnvollen (notwendigen) Minimierung der Exposition insbesondere von Kindern und älteren Menschen bei den EMF identifiziert bzw. beschrieben werden.

Termine

  • Abgabefrist für ein Gutachterangebot ist der 16.02.2018.
  • Die Bearbeitung des Gutachtens soll voraussichtlich am 16.04.2018 beginnen.
  • Das Gutachten muss bis zum 31.08.2018 fertiggestellt sein.

Die Gutachtenerstellung innerhalb der vorgesehenen Zeiträume erfolgt vorbehaltlich der rechtzeitigen Beauftragung durch den Deutschen Bundestag.

Hinweise zur Angebotserstellung

Bei der Erarbeitung der Angebote sind die »Hinweise für Gutachter« zu beachten. Insbesondere muss die Kompetenz der Anbietenden aus den Angeboten hervorgehen, und es müssen die beabsichtigte Vorgehensweise und der erforderliche Bearbeitungsaufwand verdeutlicht werden.

Senden Sie uns möglichst frühzeitig eine elektronische Version Ihres Angebots zusammen mit dem Formblatt PDF [0,04 MB] (s.a. Hinweise für Gutachter) an unsere E-Mail-Adresse Nach unseren Erfahrungen müssen die eingehenden Angebote oft inhaltlich und/oder kalkulatorisch überarbeitet werden. Sollten wir Ihr Angebot nach Prüfung durch uns in die engere Wahl ziehen und dem Deutschen Bundestag zur Vergabe vorschlagen wollen, werden wir Sie um eine entsprechende Modifizierung sowie hernach um die Zusendung eines unterschriebenen Angebots an das TAB bitten (Neue Schönhauser Str. 10, 10178 Berlin).

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