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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Christopher Coenen • Ulrich Riehm

Internetkommunikation in und mit Entwicklungsländern

Chancen für die Entwicklungszusammenarbeit am Beispiel Afrika

TAB-Arbeitsbericht Nr. 118. Berlin 2007, 268 Seiten

Zusammenfassung

Afrika ist seit den 1990er Jahren – vor allem durch die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen und eigene afrikanische Reform- und Einheitsbestrebungen – auf der politischen Agenda wieder nach oben gerückt. Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien zur Förderung gesellschaftlicher Entwicklung steht hingegen weiterhin eher am Rand der internationalen entwicklungspolitischen Diskussion: Zwar hat dieses Thema durch den zweiteiligen Weltgipfel der Vereinten Nationen zur Informationsgesellschaft (2003/2005) auch in Bezug auf Afrika einige Beachtung erfahren. Bisher sind es aber außerhalb des Kontinents vor allem eine von nichtstaatlichen Akteuren getragene entwicklungspolitische Community, eine kleine Zahl »nördlicher« Staaten sowie einige internationale Akteure, die sich das Thema zu eigen gemacht haben.

Beim Blick auf aktuelle Programme und Strategien afrikanischer Staaten und regionaler Organisationen, auf die Praxis und Bekundungen afrikanischer zivilgesellschaftlicher Akteure sowie auf die dortige, teilweise äußerst rasante Entwicklung von Internet und Mobiltelefonie zeigt sich jedoch die Aktualität der Thematik. Schon allein wegen des Interesses in Afrika selbst an einem entwicklungsförderlichen Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien wird sich die deutsche Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit weiterhin mit diesem Thema beschäftigen und die eigene Strategie zu klären haben.

Der vorliegende Bericht des TAB untersucht vor diesem Hintergrund schwerpunktmäßig Realität und Potenziale der Internetnutzung in Afrika südlich der Sahara. Drei Anwendungsfelder, die weitgehend mit den seitens der Bundesre­gierung als vorrangig bezeichneten Einsatzbereichen übereinstimmen, stehen im Mittelpunkt der Analyse:

  • Demokratische Entwicklung, staatliches Handeln und Zivilgesellschaft;
  • Wirtschaftliche Entwicklung und Handel;
  • Bildung, Forschung und Technologieentwicklung.

Schwerpunkt der Untersuchung, die im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und in Abstimmung mit dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ) erfolgte, ist die Internetnutzung. Das Internet wird aber nicht losgelöst von anderen herkömmlichen (z. B. Radio u. Fernsehen) und neuen (z. B. Mobiltelefonie) Informations- und Kommunikationstechnologien betrachtet. Die Analyse ist somit auch ein Beitrag zur übergreifenden Diskussion über die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Entwicklung (Information and Communication Technologies for Development, ICT4D). Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) lässt sich eine mangelhafte strategische Klärung des Stellenwertes von »ICT4D« feststellen.

Nach einer Einschätzung der aktuellen und perspektivischen Bedeutung des Internets und anderer IKT für Entwicklung sowie der Darlegung wesentlicher Untersuchungsergebnisse zur Ausgangslage in Subsahara-Afrika und zu den drei schwerpunktmäßig analysierten Anwendungsfeldern werden deshalb abschließend sowohl konkrete Handlungsoptionen für einzelne Praxisfelder aufgezeigt als auch allgemeine Leitlinien zur Klärung der strategischen Bedeutung von ICT4D in der deutschen EZ zur Diskussion gestellt.

Das Internet – Ein Elitemedium mit Zukunft?

Generell ist das Internet in Subsahara-Afrika – bei erheblichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Akteursgruppen und Staaten – immer noch ein Elitemedium. Der subsaharische Durchschnitt lag 2005 bei einer Nutzungsrate von ca. 3 % der Bevölkerung. Viele Staaten weisen eine Rate von unter 1 % auf. Der Befund einer relativ geringen Verbreitung in Subsahara-Afrika muss aber in mehrerlei Hinsicht ergänzt bzw. relativiert werden:

  • Erstens gibt es in den bevölkerungsreichen Ländern Nigeria und Südafrika Internetpopulationen von jeweils ca. 5 Mio. Personen, womit eine Masse von Nutzern erreicht ist, bei der auch ambitionierte internetbasierte Projekte und Strategien sinnvoll erscheinen. Das Gleiche gilt für weniger bevölkerungsreiche Länder mit im afrikanischen Vergleich hohen Durchdringungsraten des Netzes in der Bevölkerung.
  • Zweitens sollte das Internet nicht allein unter dem Gesichtspunkt des unmittelbaren Nutzens für bzw. der direkten Nutzung durch breite Bevölkerungsschichten beurteilt werden. Alternative Eliten (z. B. Nichtregierungsorganisationen, NRO), die als Multiplikatoren wirken können, und auch staatliche und panafrikanische Funktionsträger bedürfen bereits in hohem Maße moderner IKT für ihre interne und externe Kommunikation. Das Gleiche gilt für international agierende Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und für die Kommunikation afrikanischer Migranten (»Diaspora«) in entwickelten Ländern.
  • Drittens kann das Internet in verschiedenen wichtigen Anwendungsbereichen (z. B. Good Governance, Stärkung der Zivilgesellschaft, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Katastrophenschutz) zusammen mit anderen IKT wie dem Mobiltelefon und Radio nützlich sein.

Allerdings besteht immer noch ein sehr großer Bedarf für ein systematisches Monitoring und eine umfassende Evaluation von ICT4D-Aktivitäten. Ohne eine erhebliche Verbesserung der Wissensbasis in diesem Bereich werden voraussichtlich auch in Zukunft viele Aktivitäten nicht zielführend sein. Selbst innerhalb der EZ einzelner Geberländer sind der Wissensstand zu und die Koordination von IKT-relevanten Aktivitäten verbesserungsfähig.

Ob die Förderung der IKT-Nutzung in Entwicklungsländern politisch angezeigt ist, muss – gemäß dem internationalen entwicklungspolitischen Konsens – danach entschieden werden, inwieweit diese Technologien geeignet sind, zur Überwindung von Armut sowie zur Erreichung der anderen aus der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen (United Nations, UN) hervorgegangenen Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals, MDGs) beizutragen. Auch wenn hier viele Fragezeichen bleiben und eine stärkere sogenannte »Pro-poor«-Orientierung vielfach angemahnt wird, können in Bereichen wie Bildung und Gesundheit erhebliche Potenziale und auch Erfolge festgestellt werden. Darüber hinaus kann der Einsatz von IKT sinnvoll sein, wenn es darum geht, staatliche und nichtstaatliche Strukturen zu stärken, die für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung als entscheidend angesehen werden. In Afrika sind neben Reformländern und Nichtregierungsorganisationen (NRO) auch die New Partnership for Africa’s Development (NEPAD) und die Afrikanische Union (AU) wichtige Partner.

Das Gesamturteil zu den Chancen der Internetnutzung fällt bisher zwiespältig aus: Zwar gibt es Beispiele dafür, dass das Internet unmittelbar eine nützliche Rolle bei der Armutsbekämpfung und der Erreichung von MDGs spielen kann (z. B. im Gesundheitsbereich). Oft erscheint ein Einsatz aber noch nicht zweckmäßig, weil grundlegende Voraussetzungen (von Lese- und Schreibfähigkeiten in der Bevölkerung über gute Governancestrukturen bis hin zur Stromversorgung) fehlen. Chancen der Internetnutzung bestehen gegenwärtig daher vor allem bei Eliten im weitesten Sinn, von Lehrern über Nichtregierungsorganisationen und Hochschulen bis hin zu nationalen und panafrikanischen politischen Akteuren.

Kein Königsweg für den Einsatz von IKT für Entwicklung

Aktuelle Untersuchungen zeigen zunächst einen positiven Effekt des IKT-Ein­satzes auf Produktivität und Wirtschaftswachstum, wenn auch nicht für alle Branchen und für alle Länder im gleichen Ausmaß. Vergleicht man die entwickelten Länder und die Entwicklungsländer, so zeigt sich, dass der IKT-Einsatz bei Ersteren stärker auf das Wirtschaftswachstum wirkt als bei Letzteren. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung müssen auch nicht unbedingt Hand in Hand gehen, sondern eine positive wirtschaftliche Entwicklung kann, insbesondere in Entwicklungsländern, sogar mit einer Verstärkung gesellschaftlicher Ungleichheit einhergehen. Soziale Ungleichheit, vor allem wenn sie extrem ausfällt, kann zudem auf längere Sicht Wirtschaftswachstum verhindern. Für entwicklungspolitische Strategien bedeutet dies, dass das Setzen auf Wirtschaftswachstum allein unzureichend ist und eine Politik der Verbesserung der Lebenschancen für alle gleichberechtigt hinzukommen muss.

Prinzipiell dem gleichen Muster – allgemeines Wachstum bei Verstärkung der Unterschiede – folgt die Diffusion von Mobiltelefon, Computer und Internet. Die Entwicklungsländer nutzen diese Technologien zwar verstärkt, sie holen aber den Vorsprung der entwickelten Länder nicht auf. Unumstritten ist, dass einige ICT4D-Projekte positive Wirkungen gezeitigt haben, wie in diesem Bericht des TAB an verschiedenen Stellen gezeigt wird. Insgesamt erscheint die bisherige Bilanz aber doch eher ernüchternd: weil viele Projekte gescheitert sind oder nicht nachhaltig etabliert werden konnten, weil die entwicklungspolitischen Effekte nicht eingetreten sind, weil der IKT-Einsatz nicht eingebettet wurde in umfassende Entwicklungsstrategien, weil auf die falschen, nicht den Verhältnissen angepassten Technologien gesetzt wurde, weil keine umfassenden und fundierten Evaluationen durchgeführt wurden.

Die Diskussion insgesamt zeigt, dass es keinen Königsweg für einen entwicklungspolitisch relevanten Einsatz von IKT gibt. Als Erfolgsbedingungen für einen solchen IKT-Einsatz gelten u. a.: eine strategische Ausrichtung auf die Millenniumsentwicklungsziele, eine Berücksichtigung der Rahmenbedingungen vor Ort, eine aktive Beteiligung der unmittelbar involvierten Personen und Institutionen, eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den Organisationen der EZ, eine langfristige, nachhaltige Planung, eine kontinuierliche Überprüfung der Projektfortschritte sowie die Vermeidung negativer Nebenwirkungen.

Die Situation Subsahara-Afrikas: Aufholen ohne einzuholen

Beim Überblick über die allgemeinen gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen sowie die Situation der IKT-Verbreitung südlich der Sahara zeigt sich ein zwiespältiges Bild: Trotz aller Fortschritte in wichtigen Bereichen, z. B. in Bezug auf demokratische Staatsformen, Schuldenabbau und Wirtschaftswachstum, ist Afri­ka insgesamt der Kontinent, der in den letzten Jahrzehnten im weltweiten Vergleich am weitesten zurückgeblieben ist, wobei sich die Entwicklung in vielen subsaharischen Ländern als besonders ungünstig darstellt. Zu berücksichtigen ist bei allen Aussagen, dass die Unterschiede in Subsahara-Afrika und innerhalb der einzelnen Staaten teilweise extrem groß sind.

Das widersprüchliche Bild – Fortschritt ohne aufzuholen – zeigt sich auch im IKT-Bereich. Nach einer langanhaltenden Stagnationsphase kam es in den letzten Jahren, insbesondere im Bereich der Mobiltelefonie, zu einem beachtlichen Wachstum. Dies hat u. a. mit den Privatisierungen und Liberalisierungen im Telekommunikationssektor der 1990er Jahre zu tun, mit denen in fast allen Ländern Afrikas Wettbewerb im Mobilfunksektor etabliert wurde. Sowohl die panafrikanischen Institutionen als auch die nationalen Regierungen haben IKT-Aktionspläne vorgelegt, in denen z. B. der Ausbau der afrikanischen Informationsinfrastruktur, eine verbesserte informationstechnische Bildung von der Grundschule bis zu den Universitäten oder die Schaffung von exportorientierten IKT-Dienst­leistungszentren vorgesehen sind.

Die IKT-Infrastruktur Afrikas, insbesondere die Anbindung an die weltweiten Netze sowie die innerafrikanische Vernetzung, ist weiterhin schlecht. Mögliche Fortschritte durch eine intensivere Nutzung des Unterseebreitbandkabels entlang der Atlantikküste Afrikas konnten bisher wegen restriktiver Zugangsregelungen kaum erzielt werden. Die schon lange geplante Fortführung des Seekabels an der Ostküste hat sich aus politischen wie finanziellen Gründen immer wieder verzögert. Durch die deutliche Ausweitung der Mobiltelefonnutzung wurde die »Krise des Festnetzes« weiter verschärft, und die Investitionen in diesem Bereich bleiben hinter den Anforderungen zurück.

Bei der IKT-Nutzung ist an erster Stelle das Radio zu nennen – in der Verbreitung weiterhin deutlich vor dem zweiten Massenmedium, dem Fernsehen. Auch durch politische Reformen befördert, hat sich eine vielfältige, teils kommerzielle, teils staatliche, teils durch Entwicklungsorganisationen finanzierte Hörfunklandschaft herausgebildet, die in vielen afrikanischen Staaten Programme umfasst, die auf die lokalen Informationsbedürfnisse abgestimmt sind. Das Mobiltelefon hat nicht nur das Festnetztelefon in der Verbreitung deutlich überrundet, sondern weist weiterhin hohe Wachstumsraten auf. Trotzdem liegt Afrika im Vergleich der Kontinente auf dem letzten Platz. In erster Linie sind es die urbanen mittelständischen Bevölkerungsgruppen, die sich ein privates Mobiltelefon leisten können. Im ländlichen Raum bestehen aber erhebliche Potenziale durch Gemeinschaftsnutzung, die in Projekten der EZ teilweise bereits ausgeschöpft werden. Ein ähnliches Bild wie bei der Mobiltelefonie, wenn auch auf einem noch niedrigeren Niveau, zeigt sich bei der Internetnutzung. Die Wachstumsraten sind relativ hoch, aber das Niveau bleibt deutlich hinter dem anderer Weltregionen zurück. Die Kosten der Internetnutzung sind im internationalen Vergleich immer noch besonders hoch und damit für die Masse der armen Bevölkerung in Subsahara-Afrika unerschwinglich.

Demokratie, Good Governance und Zivilgesellschaft

Das Feld »Demokratisierung, Good Governance und Zivilgesellschaft« ist ein Schwerpunktbereich der deutschen EZ und Partnerschaft mit Afrika. In diesem geht es um neue Handlungsmöglichkeiten sowohl staatlich-administrativer als auch zivilgesellschaftlicher Akteure. Was können IKT zur Entwicklung in diesem Feld beitragen, und was leisten sie bereits, auch hinsichtlich der Unterstützung demokratischer politischer Öffentlichkeit?

Staats- und Verwaltungshandeln

Bei Durchsicht der nur verstreut vorliegenden Fremd- und Eigenevaluationen von E-Government-Projekten in Entwicklungsländern gewinnt man den Eindruck, dass die jeweiligen Gesamteinschätzungen kaum für tragfähige Verallgemeinerungen taugen. Offensichtlich gibt es aber eine Reihe erfolgreicher E-Government-Projekte, auch hinsichtlich übergeordneter Ziele der EZ. Zugleich erscheint es aber auch plausibel, eine hohe Misserfolgsquote anzunehmen, insbesondere wo die Planungen unrealistisch in Bezug auf die gegebenen infrastrukturellen, qualifikatorischen und verwaltungskulturellen Bedingungen ausfallen. Die vor allem zu Anfang des Jahrzehnts festzustellende Konzentration auf eine Verbesserung der Webpräsenz der staatlichen Einrichtungen ist auf jeden Fall kritisch zu betrachten, vor allem wenn sie unabhängig von einer allgemeinen verwaltungsinternen Effizienzsteigerung erfolgt. Mittel- bis langfristig erscheinen aber auch in Subsahara-Afrika die elektronische Erreichbarkeit staatlicher Institutionen (insbesondere der Volksvertreter) und die Möglichkeit der Bereitstellung umfassender Onlineinformationenals Vorteile des E-Government. Dringlich ist die bessere Einbindung der organisierten Zivilgesellschaft mittels IKT-Nutzung. Aus der Perspektive demokratischer Governance stellt sich grundsätzlich die Frage, inwiefern eine verbesserte Effizienz des Staatshandelns in autoritär regierten Ländern sinnvoll ist.

IKT bieten aber viele Möglichkeiten, Verwaltungs- und Staatshandeln nicht nur effizienter und effektiver, sondern auch demokratieförderlich zu gestalten, wovon potenziell auch ein substanzieller Beitrag zur gesamtgesellschaftlichen Entwicklung zu erwarten ist. Um jedoch die Angebote auf arme Bevölkerungsgruppen auszurichten und um dazu beizutragen, Armut zu überwinden oder zu vermeiden, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen: Es sind zunächst die Zielgruppen innerhalb der armen Bevölkerung genau zu identifizieren und mit diesen deren jeweiligen besonderen Bedürfnisse zu ermitteln. Des Weiteren kann es von Vorteil sein, – gerade dort wo die Internetkosten noch exorbitant hoch sind – Anlaufzentren für E-Government zu schaffen bzw. bestehende Einrichtungen (Gemeindetelezentren, Community Media) verstärkt hierfür zu nutzen. Darüber hinaus sind entwicklungsförderliche Wirkungen des E-Government dann zu erwarten, wenn der IKT-Einsatz mit einer umfassenden und nachhaltigen Verwaltungsreform (einschließlich Qualifizierungsmaßnahmen auf allen, insbesondere lokalen Verwaltungsebenen) sowie mit einer Orientierung auf die armen Bevölkerungsschichten einhergeht.

Zivilgesellschaft und politische Öffentlichkeit

In Subsahara-Afrika gibt es eine Vielzahl von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Projekten (auch der EZ), Gruppen, Individuen sowie Medienakteuren, für die das Internet bereits von zentraler Bedeutung ist oder bei besseren Zugangs- und Nutzungsbedingungen sein könnte. Hinzu kommt die starke Nutzung durch transnationale Netzwerke, die in der Weltregion verankert sind oder intensiv mit ihr kommunizieren, sowie durch die Diaspora. Schlüsselfunktionen des Internets sind auch für Nutzer südlich der Sahara die erleichterten Möglichkeiten des transnationalen (und allgemein entfernungsunabhängigen) Austauschs sowie der Selbstdarstellung durch Websites, die Nutzung der online verfügbaren Informationsressourcen, die Herstellung politischer Öffentlichkeit und Mobilisierung von Unterstützern sowie, bei einigen Akteuren, die Verbesserung der internen Vernetzung. Nichtregierungsorganisationen sehen oft einen starken Bedarf im IKT-Bereich, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht, also auch hinsichtlich neuer IKT.

Das Betreiben einer Website wird oft als Zeichen von Professionalität angesehen. Für eine »Partnerschaft auf Augenhöhe« mit »nördlichen« Akteuren (im Fall von Nichtregierungsorganisationen insbesondere aus der EZ) ist es überdies wichtig, E-Mail nutzen zu können. Die transnationale Kommunikation ist zudem von großer Bedeutung für zivilgesellschaftliche Organisationen, politische Oppositionelle und andere Akteure, die ein Anliegen haben, das die internationalen, panafrikanischen oder die nationalen Öffentlichkeiten (einschließlich der Diaspora) erreichen soll. Hinsichtlich der auf IKT-Themen spezialisierten Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Netzwerke lässt sich feststellen, dass diese eine vielfältige, eng miteinander verflochtene IKT- und afrikabezogene Netzöffentlichkeit bilden, die auch nach dem zweiten UN-Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (Tunis 2005) vital blieb. Ihre spezifischen Kompetenzen gehen zunehmend in die Aktivitäten der afrikanischen Zivilgesellschaft insgesamt ein, wie das Beispiel der Frauenbewegung zeigt.

Das Netz kann auch ein relativ kostengünstiges Mittel zur Ansprache der interessierten Öffentlichkeit sein (z. B. im Vergleich zu Zeitungen, Flugblättern oder Plakaten), wobei es vor allem andere Kommunikationskanäle ergänzt. Es hat eine relativ geringe direkte Breitenwirksamkeit, erreicht aber potenzielle Multiplikatoren und einflussreiche Akteure, ermöglicht die Erstellung umfangreicher, öffentlich zugänglicher Informationsangebote und bietet überdies ein hohes Maß an Interaktivität. E-Mails sind seit Langem von zentraler Bedeutung für politische Diskussionen und dienen auch zur Information einer großen Zahl von Menschen auch in Subsahara-Afrika. Zu den Risiken, die mit der Internetnutzung einhergehen, zählen neue Möglichkeiten der Propaganda, Kommunikation und Rekrutierung für politische Fanatiker.

Durch die Nutzung des Internets, in Verbindung mit anderen IKT, können einige Akteure auch die interne Vernetzung und allgemein die Leistungsfähigkeit ihrer Arbeit erhöhen, vor allem mit Blick auf weitentfernt ansässige Partner. Im Journalismus ist das Netz bereits vielerorts ein fester Bestandteil der Arbeit: Während die Onlineangebote etablierter Zeitungen und Zeitschriften nur einen (allerdings, z. B. mit Blick auf die Diaspora, erheblichen) Zusatznutzen darstellen, ist das Internet für Journalisten selbst zu einem wichtigen Recherche- und Kommunikationsmittel geworden. Dies gilt nicht nur für großstädtische Journalisten, sondern eher noch stärker für ihre Kollegen in peripheren ländlichen Gebieten. Überdies ist eine anonyme Onlinepublikation zu politisch heiklen Themen relativ ungefährlich. Die Medienentwicklungszusammenarbeit (MEZ) konzentriert sich oft stark auf Aus- und Weiterbildungsangebote und hat – zumindest in Deutschland, nach Einschätzung der Weltbank aber weltweit –innerhalb der EZ nicht das Gewicht, das ihr angesichts der Bedeutung politischer Öffentlichkeit für die Demokratie gebührt. Insbesondere die IKT-Ausstattung von Journalisten erscheint stark verbesserungsbedürftig.

Die Untersuchungsergebnisse des TAB zeigen, dass das Internet selbst für »netz­affine« Akteursgruppen oft nur dann politisch von größerem Nutzen ist, wenn es mit anderen Kommunikationsmitteln kombiniert wird. Angesichts der weiten Verbreitung des Radios in Subsahara-Afrika und der überall schnell zunehmenden Zahl der Mobiltelefonnutzer liegt es nahe, das Internet vorallem komplementär zu nutzen. Beim strategischen Einsatz von IKT für politische Kampagnen und Proteste (»E-Aktivismus«) ist in Entwicklungsländern die SMS-Nutzung von besonderem Interesse, und es bestehen auch erste Ansätze und erhebliche Potenziale für einen SMS-basierten politischen Aktivismus südlich der Sahara, z. B. für den Zweck zivilgesellschaftlicher Wahlbeobachtung. Besondere Potenziale bietet die Kopplung von SMS und Internet in E-Aktivismus-Kampagnen, wobei das Internet dafür genutzt werden kann, eine interessierte, auch internationale Öffentlichkeit anzusprechen sowie die Kampagne selbst zu organisieren.

Vieles spricht für die Annahme, dass in einigen Ländern eine zahlenmäßig erhebliche Nutzerschicht auch jenseits der Arbeit in Nichtregierungsorganisationen das Netz zu politischer Information und Kommunikation nutzt. Deutlich zeigt sich dies nicht nur an den Websites, Mailinglisten und Onlinenetzwerken professioneller journalistischer Anbieter und transnational organisierter zivilgesellschaftlicher Vernetzungsorganisationen. Auch die politischen Websites von Individuen und kleinen Gruppen bilden (insbesondere in bevölkerungsreichen Ländern mit relativ hohen Internetpenetrationsraten wie Kenia, Nigeria und Südafrika) bereits größere Netzöffentlichkeiten. Zumindest potenziell entsteht hier ein panafrikanischer Prozess der Selbstverständigung unter Einschluss der Diaspora. Ein politischer Nutzen ist, dass die oft über größere Ressourcen und internationale Kontakte verfügenden Afrikaner in der Diaspora mit Berichten aus der Heimat direkt angesprochen werden können. Onlinediskussionsforen der Diaspora selbst können dabei im Idealfall zu Orten des Austauschs zwischen Anhängern verfeindeter Gruppen werden, sie können aber auch bestehende Trenngräben widerspiegeln und sogar vertiefen. Der gewachsenen Bedeutung afrikanischer Netzöffentlichkeit entspricht, dass in einigen Ländern die Regierung oder einzelne Politiker der Netzöffentlichkeit und der eigenen Internetnutzung erheblichen Wert beimessen.

IKT-Einsatz in Wirtschaft und Handel

Vernetzte Computeranwendungen in der Wirtschaft beziehen sich einerseits auf den unternehmensinternen, geschäftsorientierten und andererseits auf den unternehmensübergreifenden, handelsorientierten Bereich. Dass diese Anwendungen in Afrika im Vergleich mit den meisten Ländern der nördlichen Erdhalbkugel wenig verbreitet sind, ist kaum verwunderlich. Neben den schlechten Voraussetzungen für die IKT-Nutzung sind bereits die zugrundeliegenden Bedingungen im Wirtschaftsbereich nicht »computerfreundlich«: Die Wirtschaft des südlichen Afrikas ist insgesamt gesehen noch weitgehend durch Landwirtschaft geprägt, der informelle Sektor ist sowohl auf dem Land als auch in den großen Städten dominierend. Handels-, Transport- und Transaktionsinfrastrukturen (Geldzahlungen, Banken) sind fast überall ungenügend. Vor diesem Hintergrund erscheint eine isolierte Förderung des IKT-Einsatzes in der Wirtschaft wenig sinnvoll. Nur wenn diese eingebunden ist in eine umfassende und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Wirtschaftsentwicklungspolitik, können die unzweifelhaft vorhandenen Potenziale des IKT-Einsatzes für die Wirtschaft erschlossen werden, und es ist eine nach- oder aufholende Entwicklung bei E-Business und E-Commerce vorstellbar.

Bei den Klein- und Mittelbetrieben gehört das Telefon für geschäftliche Kommunikation mehr oder weniger zum Standard, wobei die Mobiltelefone überwiegen. Trotzdem wird ein relativ hoher Bedarf an (möglichst kostengünstigen) Festnetztelefonanschlüssen formuliert, die dann auch für Fax und Internet genutzt werden könnten. Computer und Internet sind deutlich seltener vorhanden, insbesondere im informellen Sektor. Unmittelbare wirtschaftliche Potenziale bestehen z. B. für ländliche Kleinunternehmerinnen unterstützt durch Mikrokredite im Bereich der Mobiltelefondienstleistungen.

Ein breitdiskutierter Vorschlag sind Bank- und Zahlungsdienstleistungen per Mobiltelefon, womit eine bestehende Infrastrukturlücke im Zahlungsverkehr geschlossen werden könnte. Die wenigen, in einem frühen Verbreitungsstadium befindlichen Systeme werden entweder direkt von Banken oder von Mobilfunkanbietern betrieben. Sie werden allerdings nur auf Guthabenbasis geführt und sind auf Kleinbeträge begrenzt. Dies macht sie zu keinem vollwertigen Ersatz für ein Bankkonto. Die weitere Entwicklung, insbesondere der bankenunabhängigen mobilen Zahlungsdienste, wird von der Haltung der Politik zu dieser Innovation (vor allem hinsichtlich der Regulierung) sowie vom Einfluss der Banken abhängen. Diese haben normalerweise kein Interesse an konkurrierenden neuen Akteuren, wie Mobilfunkunternehmen, die eigenständig Leistungen für Unternehmens- oder Privatkunden im Zahlungsverkehr anbieten.

Im formellen Sektor der Wirtschaft sind Computer und Internet durchaus verbreitet. In der Internetnutzung dominieren informations-, kommunikations- und marketingorientierte Anwendungen, während direkt im Internet vollzogene Geschäftsabschlüsse eher selten sind. Diese sind am ehesten zu finden bei Tochterunternehmen und Filialen internationaler Großkonzerne oder bei afrikanischen Zulieferern dieser multinationalen Unternehmen. Hier stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit des Computer- und Interneteinsatzes in der Regel nicht, denn dieser wird in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen vorausgesetzt. Allerdings treten afrikanische Unternehmen durch eine Beteiligung an internationalen elektronischen Handelsplätzen in direkte Konkurrenz mit vielen anderen Unternehmen aus entwickelten Ländern und Entwicklungsländern. Dies schafft Chancen, erhöht aber auch den wirtschaftlichen Druck erheblich. Ergänzende, für einzelne Unternehmen auch alternative Strategien sollten deshalb auf die innerafrikanischen, nationalen und lokalen Absatzmärkte zielen oder im internationalen Handel versuchen, mit spezialisierten afrikanischen Produkten Nischenmärkte zu besetzen.

Insgesamt gesehen besteht das Problem der afrikanischen Wirtschaft nicht darin, dass für die international ausgerichteten afrikanischen Unternehmen der IKT-Einsatz eine maßgebliche Hürde darstellt, sondern dass es zu wenige dieser Unternehmen gibt und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen schlecht sind. Entwicklungspolitisch sollte deshalb die IKT-Förderung Bestandteil einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklungspolitik sein, bei der die Verbesserung der afrikanischen Handelschancen im Mittelpunkt steht.

Bildung, Forschung und Technologieentwicklung

Im Bildungssektor für Kinder und Jugendliche ist die These der Motivationsfunktion moderner IKT nicht von der Hand zu weisen. Trotz der zuletzt wieder vieldiskutierten Gefahr, dass Kinder und Jugendliche Computer und Internet auf eine Weise nutzen, die unter Bildungsaspekten als unzweckmäßig oder schädlich erscheint, eröffnen der selbstständige Umgang mit neuen IKT und der Zugang zum Internet zweifellos auch Chancen. Allerdings kann eine IKT-gestützte »Öffnung zur Welt« zur Zerstörung bewahrenswerter kultureller Traditionen beitragen. Wenn dies beachtet wird und überdies Möglichkeiten geschaffen werden, die erworbenen Kompetenzen vor Ort (oder zumindest in Afrika) im Berufsleben einzusetzen, dürften aber die positiven Wirkungen überwiegen.

Bei Projekten zur Computerausstattung und Internetversorgung von Schulen sowie zur Nutzung von IKT in der Lehrerweiterbildung bestehen in Subsahara-Afrika bereits einige Erfahrungen. Schulprojekte erscheinen dann als entwicklungsförderlich, wenn zum einen gezielt IKT-Kompetenzen gefördert werden, zum anderen die Nachhaltigkeit der Projekte durch die Schaffung entsprechender Rahmenbedingungen gesichert wird (z. B. staatliche Festsetzung der Kosten für schulische Internetnutzung, Aufbau von für die Schulen kostengünstigen Beratungs- und Wartungsservices, Nutzung der Potenziale von freier und quelloffener Software sowie Lösungen für die Entsorgungsproblematik). Die Soft- und Hardwarelösungen sollten so gewählt werden, dass sie einen effektiven Einsatz auch älterer Computer ermöglichen, keine zu hohen Folgekosten entstehen und der Aufwand für Wartung und Administration möglichst gering ist.

Die feststellbare Tendenz zur Stärkung afrikanischer E-Learning-Kompetenzen und -Inhalte dürfte dann entwicklungsförderlich wirken, wenn die Internetinfrastruktur (einschließlich der Kostenaspekte) in Subsahara-Afrika erheblich verbessert wird. Der Zugang zu Wissen und Informationen via Internet kann einen grundlegenden Bedarf bei Lehrkräften im Primar- und Sekundarbereich, bei Selbstlernern und den verschiedenen Akteuren in der informellen Lehre (einschließlich Mitarbeitern der EZ) befriedigen. In der Lehrerausbildung und anderen Bereichen der tertiären Bildung bieten E-Learning und der Internetzugang schon jetzt zahlreiche Chancen, auch wenn die Inhalte und Angebote aus dem »Norden« stammen. Eine entsprechende Motivation und private zeitliche Ressourcen der Lernenden vorausgesetzt, können die Institutionen oder Unternehmen, in denen sie arbeiten, indirekt profitieren. Auch hier sind zusätzliche Motivation durch Technologiebegeisterung und allgemein verbesserte individuelle Chancen auf dem Arbeitsmarkt in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Im Fall der Lehrkräfte im Primar- und Sekundarbereich ist aber zugleich sicherzustellen, dass auch konkrete materielle Anreize für eine Nutzung der erworbenen Kompetenzen im Bildungsbereich bestehen.

Wissenschaftler haben, insbesondere aufgrund ihrer zumeist schwierigen Arbeits­situation in Subsahara-Afrika, einen sehr hohen Internetbedarf. Die sich bietenden Recherche-, Informations-, Kommunikations-, Vernetzungs- und Beschleunigungsmöglichkeiten sind heutzutage nicht nur grundlegend für wissenschaftliches Arbeiten, sondern sie haben in Subsahara-Afrika eine noch deutlich höhere Bedeutung als in weiterentwickelten Ländern. Unter Kosten-Nutzen-Aspekten erscheint die Ergänzung von Bibliotheken durch digital verfügbares Wissen als vielversprechende Chance, wobei aber mit Blick z. B. auf die Ausstattung der afrikanischen Universitätsbibliotheken, IKT-Qualifikationen sowie die Entwicklung tragfähiger Modelle des offenen Onlinezugangs zu Wissen noch erhebliche Herausforderungenbestehen. Die politisch gewünschte engere Vernetzung und Leistungssteigerung der afrikanischen Forschungslandschaft sind auf jeden Fall ohne erhebliche Verbesserungen im IKT-Bereich undenkbar. Dies gilt in besonderem Maße für das erklärte Ziel, nicht nur die Entwicklung von Exzellenzzen­tren, sondern die Forschungslandschaft in der Breite zu fördern. Der Nutzen von IKT wird aber, vor allem hinsichtlich zeitaufwendiger internationaler Kooperationen, durch grundlegende Schwierigkeiten der Arbeits- und Lebenssituation afrikanischer Wissenschaftler z. T. stark eingeschränkt. Universitäten können dennoch auch die gesamtgesellschaftliche IKT-Nutzung voranbringen und überdies im Softwarebereich zu einer eigenen afrikanischen Technologieentwicklung beitragen. Neben grundlegenden Infrastrukturmängeln in Subsahara-Afrika bzw. an den Hochschulen selbst sind bisher mangelnde IKT-relevante Kompetenzen und eine oft suboptimale Governance (insbesondere seitens der Politik und Universitätsleitungen) Haupthemmnisse für Entwicklung.

Dass afrikanische und »nördliche« Akteure den IKT eine Schlüsselrolle bei der Stärkung von Bildung, Forschung und Technologieentwicklung in Subsahara-Afrika beimessen, erscheint insgesamt gesehen berechtigt. Entwicklungen und Potenziale im IKT-Bereich zeigen, dass eine bedarfs- und entwicklungsorientierte Nutzung moderner IKT ein zentrales Element bei der Realisierung der Visionen einer Wissensgesellschaft und -ökonomie in Subsahara-Afrika sein kann.

Handlungsoptionen

Was ergibt sich aus den Ergebnissen des TAB-Projekts für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika im IKT-Bereich? Für einige ausgewählte Felder werden im Folgenden Handlungsoptionen aufgezeigt, wobei der Schwerpunkt wieder auf den drei im Mittelpunkt der Untersuchung stehenden Anwendungsbereichen liegt.

Infrastruktur und Regulierung

Die Unterstützung afrikanischer Staaten sowie panafrikanischer und internationaler Akteure bei der Verbesserung der IKT-Infrastruktur und -Regulierung sollte fortgesetzt und intensiviert werden, da hier handlungsfelderübergreifend die größten positiven Wirkungen zu erwarten sind. Die vorrangigen Ziele sind dabei die Senkung der IKT-Nutzungskosten, der gleichberechtigte Zugang der afrikanischen Binnenentwicklungsländer sowie eine erhebliche Verbesserung der Situation im ländlichen Raum und allgemein in sozioökonomisch peripheren Gebieten. Eine Grundvoraussetzung für die entwicklungsförderliche Nutzung dieser Infrastruktur ist die Stärkung zivilgesellschaftlicher Akteure auf allen Ebenen.

Eine herausragende Aktivität ist in diesem Zusammenhang die Realisierung des ostafrikanischen Unterseekabels EASSy, bei der die konstruktive Rolle beibehalten werden sollte, die Deutschland bereits spielt. Eine nutzerfreundliche, die besonderen Bedürfnisse der Binnenländer berücksichtigende Realisierung und Ausgestaltung dieses Projekts könnten auch dazu führen, dass sich die insgesamt gesehen unbefriedigende Situation beim westafrikanischen Unterseekabel (durch Konkurrenzdruck und einen Modellcharakter von EASSy) verbessert.

Nachbarkontinent Afrika

Es besteht Konsens darüber, dass Afrika als Nachbarkontinent Europas eine stärkere politische und öffentliche Aufmerksamkeit erfahren sowie die transkontinentale Kommunikation und Kooperation intensiviert werden sollten. Insbesondere mit Blick auf die Rolle des Internets und allgemein neuer IKT sind dabei u. a. die afrikanische Diaspora in Europa, die Afrikawissenschaften, Nichtregierungsorganisationen in Afrika und Europa sowie Journalisten zentrale Akteursgruppen. Auch dem Austausch zwischen Bürgern afrikanischer und europäischer Staaten wird, z. B. mit Blick auf Jugendkontakte, hohe Bedeutung beigemessen. Auch dabei kann die Internetkommunikation eine wichtige Rolle spielen. Durch die Schaffung einschlägiger staatlicher oder staatlich geförderter Onlineportale (z. B. unter dem Motto »Nachbar Afrika«), die idealiter mehrsprachig sein sollten, könnten Knotenpunkte des Austauschs entstehen. Das Internet würde so auch verstärkt für das Ziel genutzt, einem differenzierteren Afrikabild in der deutschen Öffentlichkeit zum Durchbruch zu verhelfen. Hilfreich wäre eine verbesserte Abstimmung zwischen der EZ und der Kulturpolitik. Gerade im Kulturbereich stellen sich Prozesse der Globalisierung als Prozesse des Voneinanderlernens dar. Auch durch die Möglichkeiten, die das Internet für Handel (z. B. Musik) und Werbung eröffnet hat, bieten sich überdies ökonomische Chancen für afrikanische Künstler und die dortige Kulturwirtschaft an.

Good Governance, Demokratie und Zivilgesellschaft

Das Handlungsfeld Good Governance bietet sich in mehrerlei Hinsicht als ein Schwerpunkt der IKT-bezogenen Aktivitäten der deutschen EZ an: Zum einen könnte das international anerkannte Engagement Deutschlands in diesem Bereich durch eine zusätzliche Profilierung im Bereich ICT4D gewinnen. Zum anderen bestehen hier bereits relativ zahlreiche ICT4D-Aktivitäten der deutschen EZ. Schließlich können in diesem Kontext einige besonders wichtige Entwicklungsziele durch IKT leichter erreicht werden, z. B. die Korruptionsbekämpfung, die Stärkung der Zivilgesellschaft und Medienlandschaft Afrikas, die Entwicklung des ländlichen Raumes sowie die Förderung der panafrikanischen und regionalen Integration.

Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der »African Peer Review Mechanism« (APRM). Dieses Good-Governance-Programm der NEPAD zur gegenseitigen Unterstützung und Kontrolle afrikanischer Staaten gilt als ein zen­trales Element panafrikanischer Demokratisierungsanstrengungen. Um dieses Instrument noch effizienter zu gestalten, bedarf es einer verstärkten Unterstützung der nationalen APRM-Prozesse. Bei zivilgesellschaftlichen Akteuren, die in den APRM-Prozessen und darüber hinaus eine Schlüsselrolle spielen sollen, bestehen große IKT-Bedarfe. Es empfiehlt sich zudem, das Internet für eine bessere Kooperation der staatlichen Akteure mit der organisierten Zivilgesellschaft einzusetzen. Hinsichtlich einer weiteren Priorität deutscher Afrikapolitik, der Stärkung des Parlamentarismus, bieten sich ebenfalls eine intensivere Zusammenarbeit und Unterstützung afrikanischer Partner im IKT-Bereich an, z. B. mit dem Panafrikanischen Parlament (PAP) der Afrikanischen Union (AU). Beim E-Government sind auf nationaler Ebene weitere Felder relevant, nämlich das Finanzmanagement in der öffentlichen Verwaltung, die Gesundheitsvorsorge und das Gesundheitsmanagement, das Zugangsmanagement durch Aufbau von One-Stop-Shops sowie allgemein die Verbesserung der Dienstleistungserbringung im ländlichen Raum. Besonderer Wert ist auf eine angemessene Berücksichtigung der jeweiligen Bedingungen vor Ort zu legen. Dies betrifft u. a. die infrastrukturellen Voraussetzungen, die IKT-Kompetenzen der politischen und administrativen Akteure, deren Arbeitskulturen sowie die Sprachenvielfalt in vielen afrikanischen Ländern.In Bezug auf lokale Governancestrukturen könnte noch stärker auf die Ein­bindung von IKT-Komponenten bei der Stärkung der Zivilgesellschaft gesetzt werden. Ebenso bietet sich an, die Förderung von Geoinformationssystemen fortzusetzen, da hier in Subsahara-Afrika erhebliche Bedarfe bestehen. Besondere Chancen ergeben sich durch die IKT-Nutzung für die Korruptionsbekämpfung.

Hinsichtlich der innerhalb Subsahara-Afrikas bereits relativ starken zivilgesellschaftlichen und journalistischen IKT-Nutzung sind verstärkte Anstrengungen der EZ zu befürworten: Neben der (fast kostenneutralen) stärkeren Vernetzung der EZ und anderer deutscher Akteure mit diesen Gruppen (für einen intensi­veren Austausch und die Schaffung neuer Publikationsmöglichkeiten) sowie der Fortsetzung der Qualifikationsmaßnahmen im Medienbereich und für Nichtregierungsorganisationen sind die Verbesserung der infrastrukturellen Bedingungen und die Senkung der Kosten für die IKT-Nutzung von zentraler Bedeutung. Zusätzlich zur Aufwertung der Medienentwicklungszusammenarbeit und der Fortführung der IKT-bezogenen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen wäre eine verstärkte Unterstützung demokratischer Medienakteure und Nichtregierungsorganisationen mit IKT-Ausstattung sinnvoll. Erwägenswert wäre auch die Unterstützung eines auf einen »Technologiemix« (z. B. Internet, Radio und SMS)setzenden, längerfristigen »E-Aktivismus«-Pilotprojekts mit dem Ziel, die Handlungsmöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Akteure (z. B. Frauenorganisationen) zu verbessern und zu fairen demokratischen Wahlen beizutragen. Denkbar ist auch die Förderung der Einrichtung von IKT-gestützten Warnsystemen für die Bevölkerungen in Kriegsgebieten, die dann bei internationalen Unterstützungs- und Schutzmaßnahmen zum Einsatz kommen könnten. Relevante Maßnahmen wären auch ein deutscher Vorstoß zur Einrichtung eines internationalen IKT-Fonds für Nichtregierungsorganisationen in den ärmsten Ländern sowie allgemein die Stimulierung und Förderung von Public Private Partnerships zur IKT-Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen.

Bildung, Wissenschaft und IKT-Kompetenzen

Auch wenn weiterhin ein starker Evaluations- und Forschungsbedarf in Bezug auf die Nutzung von ICT4D im Bildungsbereich besteht, können einige Einsatzfelder als besonders gut geeignet gelten. Zu nennen sind hier die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie das Distanzlernen, dem gerade in Afrika hohe Bedeutung zukommt. Eine bessere IKT-Ausstattung der Schulen, in Verbindung mit nachhaltigen Nutzungskonzepten und einer generell besseren Ausstattung, erscheint ebenfalls sinnvoll. Mögliche Partner sind hier die e-Africa Commission der NEPAD und das SchoolNet Africa. Stark umstritten ist hingegen das Ziel einer Versorgung aller Kinder mit eigenen Computern. In Bezug auf die von der Stiftung »One Laptopper Child« (OLPC) in der sogenannten »100-Dollar-Lap­top«-Initiative verfolgte Vision gibt es u. a. Einwände gegen deren pädagogischen Ideen und das Finanzierungskonzept. Aufgrund der im Guten wie im Schlechten großen Wirkungspotenziale dieser Initiative, die von der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als Schritt in die richtige Richtung begrüßt wurde, wären begleitende Maßnahmen der EZ sinnvoll. Dies gilt auch für die Konkurrenzprojekte und -produkte. Nicht nur in diesem Zusammenhang ist eine Stärkung afrikanischer Kapazitäten in der Informationsethik, Technikfolgenabschätzung und Expertise zu ökologischen Auswirkungen der IKT-Nutzung erstrebenswert.

Besondere Chancen der Internetnutzung bestehen in Subsahara-Afrika im Hochschulbereich, auch mit Blick auf eine eigene afrikanische Technologieentwicklung. Dies betrifft sowohl die Stärkung von Wissenschaft und Forschung und deren internationale Einbindung als auch ihre Rolle in den nationalen Innovationssystemen. HandlungsoptionenVoraussetzung für einen schnellen Erfolg sind, neben Verbesserungen im infrastrukturellen Bereich und einer angemessenen Prioritätensetzung durch Politik und Wissenschaftsmanagement in Afrika, intensivierte Aktivitäten »nördlicher« Akteure der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) und der EZ. Die Europäische Union (EU) ist hier in letzter Zeit verstärkt aktiv geworden. In diesem Zusammenhang bietet es sich an, die subsaharischen akademischen Konsortien zum gemeinsamen Erwerb von mehr Bandbreite zu niedrigeren Preisen (»bandwidth consortia« bzw. Bandbreitekonsortien) sowie die nationalen Forschungs- und Bildungsnetzwerke (National Research and Education Networks, NREN) und andere akademische Netzwerke als strategische Partner weiter aufzuwerten. Eine Schlüsselrolle bei der Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit unter Einschluss der Internetnutzung können die Afrikawissenschaften und andere unmittelbar afrikabezogene Forschungen spielen. Von besonderer Bedeutung sind auch Erfahrungen in abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekten, bei denen afrikanische und europäische bzw. deutsche Partner schon im IKT-Bereich zusammengearbeitet haben. Die durch verschiedene deutsche Akteure erfolgte Schwerpunktsetzung auf E-Learning in Afrika erscheint sinnvoll angesichts der besonderen Potenziale, die in dieser Hinsicht in Subsahara-Afrika bestehen. Auch die Entwicklung im Bereich freier und quelloffener Software bietet besondere Chancen, setzt aber eine erhebliche Verbesserung der einschlägigen Expertise und eine größere Popularität dieser Art Software in Afrika voraus.

Handlungsoptionen im Überblick

Folgende, sich vor allem auf Afrika beziehende Handlungsmöglichkeiten erscheinen im Lichte der Untersuchungsergebnisse des TAB als entwicklungspolitisch besonders relevant:

  • Regulierung: Intensivierung der Beratung und Unterstützung afrikanischer Partner zur entwicklungsförderlichen Telekommunikations- und Medienregulierung. Hier bestehen bereits entsprechende Absichten des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ).
  • Infrastrukturgroßprojekte: Fortsetzung der Aktivitäten zur Unterstützung der entwicklungsförderlichen Realisierung von IKT-Infrastrukturprojekten. Von besonderer Bedeutung ist das geplante ostafrikanische Unterseekabel EASSy.
  • Förderung benachteiligter Gebiete: Beibehaltung des Fokus von ICT4D-Pro­jekten auf ländlichen und anderen peripheren Gebieten. Eine systematischere Nutzung von Synergieeffekten, die sich bei Projekten der EZ in einem Gebiet hinsichtlich ICT4D ergeben, erscheint angezeigt.
  • Reproduktion von Erfolgsbeispielen: Verbreitung und geografische Ausweitung von ICT4D-Erfolgsprojekten (»scaling up«), wobei allerdings lokale Spezifika nicht ignoriert werden dürfen.
  • Mobilkommunikation: Verstärkte Berücksichtigung der vielfältigen Potenziale der Mobilkommunikation in Feldern wie Wirtschaft und Handel sowie demokratisches und zivilgesellschaftliches Engagement, wobei Kopplungsmöglichkeiten mit Internet und anderen IKT oder Medien besondere Beachtung verdienen.
  • E-Government: Fortsetzung und Intensivierung der staatlichen IKT-Nutzung für Verwaltungsreformen und Entwicklung, insbesondere auch zur Korruptionsbekämpfung. Der Schwerpunkt könnte auf staatlichen Partnern (und insbesondere auch Parlamenten) liegen, die bereits Good Governance praktizieren, sowie auf panafrikanischen und regionalen Akteuren.
  • Zivilgesellschaft: Intensivierung der Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen und anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren im IKT-Bereich (insbesondere mit Blick auf den APRM-Prozess, auf Frauenorganisationen sowie auf zivilgesellschaftliche Akteure in Krisengebieten und gefährdeten Demokratien). Infrage kommt hier auch die (Ko-)Förderung eines medienübergreifenden E-Aktivismus-Pilotprojekts und von IKT-gestützten Warnsystemen für die Bevölkerungen in Kriegsgebieten.
  • Medien und politische Öffentlichkeit: Verstärkte Aktivitäten im Bereich der Medienentwicklungszusammenarbeit, insbesondere bei der Ausstattung der Redaktionen und hinsichtlich der Arbeitsbedingungen von Journalisten, sowie ein verstärktes Einwirken der Bundesregierung auf Regierungen, die Zensurmaßnahmen und Repressalien gegen Netzöffentlichkeit ausüben.
  • Afrikabild in Deutschland: Förderung eines differenzierten Afrikabildes, Stärkung der Handlungsmöglichkeiten der Diaspora sowie Intensivierung des kulturellen Austauschs und kulturwirtschaftlichen Handels mittels des Internets.
  • IKT für Bildung und IKT-Kompetenzen: Ausbau von erfolgreichen IKT-Ein­satzformen für die Weiterbildung (vor allem E-Learning) und Expertenunterstützung afrikanischer Partner (z. B. im schulischen Bereich, in kleinen und mittleren Unternehmen, im Gesundheitsbereich, bei Nichtregierungsorganisationen und in der staatlichen Verwaltung).
  • Informations- und Wissensgesellschaft: Stärkung der subsaharischen Hochschul- und Forschungslandschaft durch intensivere Aktivitäten im und zum IKT-Bereich, auch durch verstärkte Kooperation mit der Industrie (z. B. zu IKT-Dienstleistungen) und die angestrebte engere Koordination zwischen der Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) und der EZ.

Zur strategischen Orientierung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

In Bezug auf die strategische Orientierung der deutschen EZ beim Thema ICT4D sind Defizite festzustellen. Zu deren Behebung wird ein breiter Dialog vorgeschlagen, an dem Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Praktiker der EZ sowie Akteure aus den Entwicklungsländern einschließlich der Diaspora beteiligt sein sollten. Auf der Basis einer umfassenden Bestandsaufnahme und Diskussion wäre eine strategische Antwort auf die im ICT4D-Zusammenhang relevanten Fragen zu erarbeiten. Hierzu seien u. a. folgende allgemeinen Prinzipien besonders hervorgehoben:

  • Obwohl an der Konzentration auf die Millenniumsentwicklungsziele für den IKT-Einsatz festgehalten werden sollte, ist eine Ausweitung auf die drei in der Millenniumserklärung – neben »Entwicklung und Armutsbekämpfung« – festgelegten programmatischen Handlungsfelder anzustreben. Diese sind: »Frieden, Sicherheit und Abrüstung«, »Schutz der gemeinsamen Umwelt« sowie »Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsführung«.
  • Der IKT-Einsatz ist den strategischen Zielen der Armutsbekämpfung und der Millenniumserklärung untergeordnet und muss sich durch konkrete Bedarfe legitimieren. Bestehende Interessen entwicklungspolitischer Zielgruppen sollten in Zusammenarbeit mit diesen aufgegriffen werden.
  • Die Voraussetzungen des IKT-Einsatzes in Afrika sind oft besonders schwierig. Es nützt wenig, in ausgewählten Pilotprojekten die Anwendungsvoraussetzungen quasi künstlich herzustellen, wenn diese auf Dauer und andernorts nicht gewährleistet werden können. Bei der Technologiewahl stellen die avancierten digitalen Technologien nicht immer die erste Wahl dar. Überdies bietet sich oftmals ein »Technologiemix« an.

Die Frage nach den Chancen, die sich durch das Internet in Entwicklungsländern ergeben, ist also nur ein Aspekt der übergeordneten Frage nach dem Nutzen von IKT für spezifische Entwicklungsziele. Bisher ist die Internetkommunikation im globalen »Süden« vor allem für Funktionseliten relevant, die in unterschiedlichem Ausmaß in der EZ bereits gefördert werden (z. B. E-Government, Journalistenausbildung, Förderung von Bildungsinstitutionen und Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen). In einer Welt, die weitgehend durch netzbasierte Kommunikation organisiert wird, benötigen aber auch die Bevölkerungen der Entwicklungsländer den Zugang zum Ensemble moderner IKT. Das Internet, als ein Kernelement dieses Ensembles und Treiber von Globalisierungsprozessen, wird somit im globalen »Süden« für eine zunehmende Zahl von Menschen und Organisationen unverzichtbar. Es kann Demokratisierungs- und Modernisierungschancen erhöhen, gesellschaftlichen Strukturwandel befördern helfen sowie die Integration in Prozesse kultureller, ökonomischer und politischer Globali­sierung vorantreiben. Gesellschaftlicher Wandel und eine stärkere Teilhabe an Globalisierungsprozessen bringen aber auch neue Herausforderungen mit sich. Wenn sich die Entwicklungsländer und ihre Partner diesen Herausforderungen nicht stellen, droht im Zuge der weltumspannenden Vernetzung durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eine weitere Verschärfung von Ungleichheiten.

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