eLearning
Europäische eLearning-Aktivitäten: Programme, Projekte und Akteure
TAB-Hintergrundpapier Nr. 011. Berlin 2004, 132 Seiten
Zusammenfassung
Folgende Punkte fassen die Ergebnisse der Analysen in kurzer Form zusammen:
- eLearning ist ein Teil der Initiative der Europäischen Union zur europäischen wissensbasierten Gesellschaft; der Beginn ist durch eine Tagung in Lissabon im Jahr 2000 markiert.
- Erstes EU-Programm ist die eLearning-Initiative (2001–2003); sie wird fortgeführt durch das Programm eLearning (2004–2006); darüber hinaus werden eLearning-Projekte in laufende Förderprogramme integriert und dort ebenfalls gefördert.
- Inhaltlich werden die Aktivitäten zum Thema eLearning im eLearning-Aktionsplan der Europäischen Kommission programmatisch beschrieben. Er wurde 2001 entwickelt und galt bis Ende 2004.
- Es gibt mehrere hundert Projekte auf europäischer Ebene mit Bezug zum Thema eLearning. Schwerpunkte der Projekte sind: »eLearning und Vernetzung von Schulen«, »virtueller Campus mit eLearning-Angeboten an Hochschulen«, »Verbesserung der Bildungsinhalte«, »Verbesserung im Umgang mit eLearning-Technologien«, »stärkere internationale Vernetzung« und »Bekanntmachung der Angebote«.
- Einige Programme und zahlreiche Projekte haben in Deutschland ähnliche Schwerpunktsetzungen wie die Programme und Projekte auf EU-Ebene. Beispiele sind die Programme »Neue Medien in der Bildung«, »LERNET« oder »Lernkultur und Kompetenzentwicklung«. Es gibt zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Ziele und Programme der Europäischen Union.
- Auf EU-Ebene für eLearning verantwortlich ist (in personam) Vivianne Reding, Mitglied der Kommission und EU-Kommissarin in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend, audiovisuelle Medien, Kultur, Sport und Bürgergesellschaft. Die General-Direktionen, die direkt betroffen sind und direkten Bezug zum Thema eLearning besitzen, sind »Bildung und Kultur«, »Informationsgesellschaft«, »Beschäftigung und Soziales« und »Unternehmen«. Darüber hinaus gibt es weitere Dienststellen, und es wurden zahlreiche Netzwerke eingerichtet bzw. angeregt.
- Die Programme, Projekte und sonstigen Aktivitäten leisten anscheinend einen wahrnehmbaren Beitrag zur Verbreitung des eLearning auf europäischer Ebene und zur Vernetzung zahlreicher Akteure auf nationaler und internationaler Ebene. Insbesondere im Bereich der Schulen und Hochschulen wurden zahlreiche Initiativen angestoßen. Die Umsetzung und nachhaltige Verankerung sowie der Transfer zu Akteuren sind offenbar jedoch verbesserungsfähig. Deutsche Projektteilnehmende sahen bislang häufig größere Hürden beim Zugang zu den einzelnen Programmen.
Die Themen Standardisierung, Qualität von eLearning-Angeboten und Transfer in kleine und mittelständische Unternehmen dürften im Verlauf der kommenden Jahre von besonderer Bedeutung sein.