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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Themenkurzprofil

Geschlossene hydroponische Agrarsysteme

Zusammenfassung

Hydroponische Agrarsysteme werden definiert als Produktionseinheiten im industriellen Maßstab, die ähnlich einer Fabrik als Produktionsstätte für landwirtschaftliche Güter dienen, insbesondere zur Erzeugung pflanzlicher Erzeugnisse. Hierbei unterscheiden sich die geschlossenen Produktionseinheiten maßgeblich von denen der klassischen Landwirtschaft, welche in offenen Systemen auf Böden unter Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln ausgeübt wird.

In geschlossenen hydroponischen Agrarsystemen können ganzjährig unter Gewächshausbedingungen Gemüse und Früchte angebaut werden. Hierbei werden die Pflanzen in Hydrokultur kultiviert, d. h., dass sie in einem anorganischen Substrat eingebettet, durch eine flüssige Nährlösung mit Spurenelementen, Mineralien, Eisen etc. versorgt werden. Die Produktionseinheiten sind in der Regel von der Außenwelt abgeschlossen. Im Falle der sogenannten vertikalen Landwirtschaft besteht eine Produktionseinheit aus mehreren übereinander gelagerten Ebenen, die in vielstöckigen Gebäuden untergebracht und oftmals hermetisch von der Außenwelt getrennt werden, um das Eindringen von Schädlingen und Krankheiten zu verhindern und die Pflanzen vor Umwelteinflüssen, wie starker Hitze oder Wind, zu schützen. In Produktionsanlagen, die in geschlossenen, jedoch nicht hermetisch abgeriegelten Gewächshäusern untergebracht sind, kann es vereinzelt zu Schädlingsbefall kommen.

Weil hydroponische Anlagen als geschlossene Produktionseinheiten genutzt werden, sind die Umweltwirkungen in der Regel geringer als in der klassischen offenen Landwirtschaft. Die durch Landwirtschaftsmaschinen verursachte Bodenerosion wird vermieden, der Wasserverbrauch ist geringer, und es werden weniger, bis keine Pflanzenschutz- und Düngemittel in das umliegende Ökosystem eingebracht. Einzig der Energieverbrauch ist in geschlossenen Systemen bisher höher, da die Nutzpflanzen zum Teil künstlich belichtet werden müssen. Doch zeichnen sich auch hier Fortschritte ab, indem beispielsweise LED-Technologien oder regenerative Energiequellen genutzt werden.

Download: Themenkurzprofil Nr. 17 PDF [0,91 MB].

Veröffentlicht: September 2017.

Alle Themenkurzprofile sind das Ergebnis des Horizon-Scannings als Teil des methodischen Spektrums der Technikfolgenabschätzung im TAB und Impulslieferant für den TAB-Themenfindungsprozess der Fraktionen und Ausschüsse. Sie bieten einen kompakten Überblick über ausgewählte wissenschaftlich-technische Trends und ihre Relevanz für Politik und Gesellschaft. Neben dem Stand der jeweiligen wissenschaftlich-technischen bzw. sozioökonomischen Entwicklung umfassen sie Vorschläge für eine vertiefte Bearbeitung und weiterführende Literatur.

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