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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Monitoring

Zielgruppenorientiertes eLearning

Themenbereich: Informationstechnik
Analyseansatz: Monitoring
Themeninitiative: Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Status: abgeschlossen
Laufzeit: 2006 bis 2007

Das eLearning stellt ein wichtiges Instrument zur Unterstützung von Lernprozessen dar, das insbesondere eine Individualisierbarkeit der Lerninhalte und einen flexiblen Umgang mit Lernzeiten und -orten ermöglicht. Die Medien können dabei der selbstgesteuerten Informationsgewinnung dienen, die Kommunikation unterstützen oder Träger didaktisch strukturierter Lernmodule sein. Damit ist eLearning gerade im Kontext des lebenslangen Lernens ein geeignetes Werkzeug, um je nach Lebensphase und Lern situation den spezifischen Besonderheiten und Anforderungen gerecht zu werden.

Gegenstand und Ziel der Untersuchung

Die bisherigen TAB-Untersuchungen im Rahmen des Monitorings eLearning haben gezeigt, dass eLearning zumeist eine sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Lehr- und Lernarten darstellt und zugleich der Zielgruppenorientierung von eLearning-Angeboten eine wichtige Rolle bei der Differenzierung der Angebotsentwicklung zukommt. Damit eLearning einen optimalen Beitrag zu persönlichen und gesellschaftlichen Lernprozessen leisten kann, müssen eLearning- Produkte und -Methoden auf individuelle bzw. gruppenspezifische Modalitäten einer Wissensgenerierung und auf ebensolche Formen eines adäquaten Abrufens von Wissen und Erfahrung zugeschnitten sein. Diese Methoden sind in hohem Maße altersspezifisch.

Exemplarisch für die beiden Personengruppen »Kinder« und »ältere Menschen« wurde das Themenfeld vertieft durchleuchtet und analysiert, inwieweit zielgruppenspezifische Anforderungen in der Entwicklung und im Marktangebot von eLearning-Produkten bereits eine Rolle spielen. Folgende Fragestellungen wurden dabei verfolgt:

  • Welche zielgruppenorientierten Bildungskonzepte und eLearning-Angebotsformen sind derzeit für Kinder bzw. für ältere Menschen verfügbar und welche Marktentwicklung zeichnet sich ab? Wie werden entsprechende Angebote genutzt?
  • Welche Rahmenbedingungen sind bei der Einführung zielgruppenorientierter eLearning-Konzepte förderlich, wo gibt es Hemmnisse und mit welchen Ansätzen lassen sie sich überwinden?
  • Welche pädagogischen Anforderungen an Lernsoftware für Kinder und welche Qualitätskriterien kommen zur Anwendung?
  • Wie fortgeschritten ist das institutionelle Engagement im Bereich eLearning in der Altenbildung? Welche Qualitätskriterien finden Anwendung?
  • Wie kann der Einsatz zielgruppenorientierter eLearning-Angebote für Kinder und ältere Menschen verbessert werden? Welche Optionen lassen sich für die politischen Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten ableiten?

Ergebnisse

Zielgruppe Kinder

Erstes Bildungsziel bei Kindern ist die Kompetenzentwicklung. Sie umfasst eine Kombination aus Persönlichkeitsentwicklung, Lernkompetenz, Fähigkeit des Wissenserwerbes und der Wissensanwendung, sprachliche, soziale und motorische Kompetenz sowie Medienkompetenz. Damit stellt hinsichtlich Umfang und Qualität das informelle Lernen die wichtigste Lernform dar. Für Kinder ist der Computer ein prädestiniertes Gerät für informelles Lernen, da er bevorzugt zum Spielen verwendet wird. Für das Verständnis von informellem Lernen mit Medien ist es wichtig, dass es sich sowohl als Erfahrungslernen, implizites Lernen, Alltagslernen, selbstgesteuertes Lernen und kompetenzentwickelndes Lernen darstellt.

Mediennutzung und eLearning-Markt

Der familiäre Hintergrund spielt bei der Entwicklung von Medienkompetenz eine große Rolle. So spiegeln sich im Umgang mit Computer und Internet insgesamt soziale Ungleichheiten bzw. können sich diese Ungleichheiten verstärken. Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien sehen überdurchschnittlich lang fern, während Kinder aus sozial besser gestellten Verhältnissen Computer und Internet überdurchschnittlich oft nutzen. Sie haben damit auch bessere Teilnahmevoraussetzungen an etwaigen eLearning-Angeboten. Selbstgesteuertes Lernen unter Nutzung von Medien-Angeboten stellt für Kinder aus bildungsfernen Lebenskontexten eine zusätzliche Hürde bei der Teilnahme an Lernprozessen dar, denn multimediale Lernangebote verlangen eine hohe Selbstmotivation, kognitive Fähigkeiten für Navigationsaufgaben, eigenständiges Strukturieren von vernetzten Lernangeboten sowie hohe Grade von Selbststeuerung.

eLearning-Instrumente wie Lernsoftware für Kinder bzw. spezifische Kindersoftware stellen einen beachtlichen eigenständigen Markt dar. Hier ist eine enge Kopplung der Computernutzung insbesondere für Spielzwecke mit informellen Lernprozessen erkennbar. Auf dem eLearning-Markt für Kinder agieren u. a. Schulbuchverlage, Softwareentwickler, Unternehmen, gemeinnützige Institutionen, Privatpersonen. Nur ein Teil der Anbieter verfolgt mit der Vermarktung von eLearning-Produkten (in erster Linie) ein Gewinnziel. Andere Unternehmen bieten aus Imagegründen bzw. mit dem Ziel der langfristigen Kundengewinnung spezifisch auf Kinder ausgerichtete Produkte an. Darüber hinaus ist eine Reihe von Institutionen gemeinnützig oder im öffentlichen Auftrag am Markt aktiv. Der größte Teil der im eLearning-Markt für Kinder tätigen Unternehmen produziert und vermarktet Inhalte, wie z.B. Lernsoftware, Edutainmentprodukte und Computerspiele. Es werden vergleichsweise wenige Kurse, Seminare und Workshops angeboten, die auf die Schulung der Medienkompetenz abzielen. Ferner zu beobachten, dass das Produktangebot zunehmend interaktiv gestaltet wird. Betrachtet man die Distributionsseite, so wird sehr viel unternommen, die Markttransparenz und die Sichtbarkeit der eLearning-Angebote mithilfe abrufbarer Datenbanken und Internetseiten der Anbieter zu erhöhen.

Zielgruppenorientierte eLearning-Angebote

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien und pädagogische Ansätze zu kinderspezifischen Anforderungen an eLearning, ebenso viele Ansätze zur Umsetzung in Form von Lernangeboten, sei es für Vorschule, Schule oder für zu Hause. Hinzu kommen etliche Initiativen zur Beurteilung und Sicherung der Qualität der Angebote. Eine stärkere Kommerzialisierung des eLearning-Angebots für Kinder ist in Zukunft wahrscheinlich, da Medienunternehmen und Verlage Kinder und Jugendliche als Zielgruppe längst erkannt haben und mit Kindersoftware u.a. im - cross-selling‹ aktiv sind: So gibt es das Buch zum Film wie auch das Computerspiel und umgekehrt. Insgesamt ist das an Kinder gerichtete Produktangebot sowohl im Bereich der Lern software als auch bei Edutainmentprodukten, Spielen, Seminaren, Kursen, Internetplattformen, -seiten und -foren stark diversifiziert. Dies ist ein Hinweis darauf, dass diese Zielgruppe auch kommerziell ernst genommen wird.

Die institutionelle Verankerung der eLearning-Angebote für Kinder ist in positiver Weise gegeben. Der Deutsche Bildungsserver, der von der Kultusministerkonferenz, dem BMBF sowie von der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung ins Leben gerufen wurde, aber auch die Landesbildungsserver, können als gute Beispiele für die institutionelle Verankerung sowohl von Anbieterdatenbanken als auch von eLearning-Plattformen gelten. Durch Qualitätsurteile von Experten und Beurteilungen von Nutzern im Internet wurde ein Mechanismus der Qualitätskontrolle etabliert, dessen Wirkung auf den Produktionsprozess der Anbieter erheblichen Einfluss ausübt.

Die kommerziellen Potenziale des eLearnings für Kinder sind ein Treiber bei der Ermittlung des Zielgruppenbedarfs, sei es auf Anbieterseite oder seitens der Forschung, z.B. in den Bereichen Kinderpsychologie und Medienpädagogik, in denen schädigende Einflüsse und Folgen ebenso untersucht werden sollten wie das Potenzial für bessere Lernerfolge. Die bisher unterrepräsentierte Teilzielgruppe der Vorschulkinder wird im Zuge der aktuellen Debatte um vorschulische Bildungskonzepte und den Ausbau der Betreuung durch Kindertagesstätten sicher in naher Zukunft verstärkt Gegenstand der Bedarfsermittlung sein.

Handlungsfelder

Nach wie vor besteht die Notwendigkeit, dass – gezielter als bislang geschehen – in den Erziehungswissenschaften, der Informatik wie auch der Medienpädagogik eine Evaluation von Lernsoftware für Kinder vorgenommen wird, die nicht nur den Erfolg ihres Einsatzes misst, sondern vielmehr die differenten Altersgruppen, unterschiedlichen didaktischen Ansätze sowie pädagogisch gestalteten Lernumgebungen erfasst. In diesem Sinne entspricht eine angemessene wie auch anspruchsvolle Lernsoftware den pädagogischen Zielen ihres Einsatzkontextes und erfüllt die damit verbundenen Erwartungen. Erschließen lässt sich dies jedoch nur durch Evaluationen oder systematische Erfahrungsberichte, die auf entsprechende eLearning-Instrumente und -umgebungen rekurrieren. Diese liegen aber (in größerem Umfang) bisher nicht vor.

Grundsätzlich ist eine weitergehende Differenzierung der Zielgruppe Kinder und Jugendliche hinsichtlich unterschiedlicher Lernvoraussetzungen wichtig, um der Verstärkung von sozialen Ungleichheiten durch Mediennutzung mithilfe spezifischer pädagogischer Ansätze entgegenzuwirken. Darüber hinaus sind die Zugangs- und Nutzungsvoraussetzungen zu Hause nicht immer gegeben, und die Schule als ein Ort möglicher Kompensation ist zu wenig für diese Aufgabe gerüstet. Daraus ergeben sich folgende Hinweise für die Bereiche Forschung, Schule, Lehrerbildung, Eltern sowie außerschulische Kontexte:

  • Forschung: Es müssen verstärkt Forschungen initiiert und gefördert werden, die verlässliche und vor allem differenzierte Daten zur Nutzung von Computer und Internet von Kindern im Vor- und Grundschulalter liefern.
  • Schule: Es müssen in Schulen verstärkt Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz entwickelt werden, um vor allem bei Kindern aus bildungsfernen Lebenskontexten Voraussetzungen für eine aktive Beteiligung an förderlichen eLearning-Angeboten zu schaffen. Hier ist vor allem eine Aufgabe für die Schulen zu sehen, schon frühzeitig Kindern entsprechende Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
  • Lehrerausbildung: In diesem Zusammenhang ist auch auf die mangelnde Vorbereitung von Lehrpersonen in der Ausbildung für diese Aufgaben hinzuweisen. Nur wenige Bildungsangebote an Hochschulen bereiten zukünftige Lehrkräfte unter inhaltlichen, didaktischen und technischen Aspektten auf die Nutzung von Computer und Internet im Unterricht vor.
  • Häuslicher Bereich: In der Elternarbeit muss verstärkt darauf hingewirkt werden, dass Kinder bei der Nutzung von Computer und Internet nicht nur die konsum- und spielorientierten Formen nutzen, sondern auch die informationsorientierte Nutzung verstärkt in den Blick genommen wird.

Zielgruppe ältere Menschen

Für ältere Menschen ist das informelle Lernen von größerer Bedeutung als formelles Lernen. Dabei ist der Erwerb oder der Erhalt von Selbständigkeit und Selbstbestimmung auch im höheren Lebensalter eine wesentliche Zielsetzung des Lernens. Bei der Kompetenzentwicklung kommt es bei älteren Menschen weniger auf den Gewinn neuer Fertigkeiten und Fähigkeiten sondern mehr auf den Erhalt vorhandener Kompetenzen an. Wichtiges Ziel bei der Gestaltung der Lernangebote ist der Abbau von Zugangs- bzw. Nutzungsbarrieren für diese Zielgruppe.

Mediennutzung und eLearning-Markt

Die Zielgruppe der älteren Menschen stellt keine homogene Gruppe in Bezug auf Mediennutzung und Bildungsnachfrage dar, es finden sich deutliche Nutzungsunterschiede nach Altersklassen, Geschlecht und Bildung. Mit derzeit etwa 20 Mio. »nichtvernetzten« älteren Menschen ist der Bedarf an Heranführung zur Nutzung moderner Medien und der Wahrnehmung von eLearning-Angeboten insgesamt noch erheblich.

Der Begriff eLearning besitzt im Marktsegment ältere Menschen eine völlig andere Akzentuierung als im Markt für Kinder. Er liegt bisher eindeutig auf dem Erlernen des Umgangs mit elektronischen Medien. Ältere Menschen haben ein überwiegend praktisches Interesse am Internet und betrachten den Computer selten als Unterhaltungsmedium. Daher werden insbesondere Informationen zu thematischen Schwerpunkten wie z.B. Erkrankungen, Reisen, Finanzfragen, Sprachen usw. abgerufen. Möglicherweise ist hierin die Ursache zu suchen, dass Bildung und das Erlernen von Inhalten sich bisher nur in sehr geringem Umfang in den Produktentwicklungs- und Vermarktungsaktivitäten der Anbieter niedergeschlagen haben.

Eine institutionelle Verankerung von entsprechenden Angeboten ist derzeit nicht zu erkennen, von einem Marktgeschehen kann nicht die Rede sein. Alle identifizierten Angebote haben eher (Modell-)Projekt- oder Experimentiercharakter und stellen noch kein stabilisiertes Angebot dar, sondern mehr oder weniger reflektierte, punktuelle Ansätze. Die mit den ermittelten Angeboten erreichten Teilnehmerzahlen bewegen sich bestenfalls im unteren vierstelligen Bereich. Die verfügbaren Angebote kann man kaum als formal konsolidierte eLearning-Kurse bezeichnen, die es ermöglichen, zusammenhängend ein definiertes Wissen zu erwerben. Auch auf didaktischer Ebene ist noch keine Konsolidierung zu erkennen. Erste Versuchsstudien zu angemessenen Lernumgebungen für die Älteren sind angelaufen, Ergebnisse liegen jedoch noch nicht vor. Der Ansatz, entsprechende Angebote nachhaltig und zugleich mit dem Anspruch der Kostendeckung zu entwickeln, spielt hier bisher noch eine untergeordnete Rolle.

Zielgruppenorientierte eLearning-Angebote

Zielgruppenorientierte Angebote sind derzeit für ältere Menschen kaum verfügbar. Entsprechend wenige zielgruppenorientierte Bildungs- und Umsetzungskonzepte finden bislang Anwendung, bzw. werden neu entwickelt. Jedoch ist für ältere Menschen, trotz der aktuell noch geringen Berücksichtigung zielgruppenspezifischer Bedarfe, in Zukunft ebenfalls mit einer Ausweitung der Zielgruppenorientierung bei der Angebotsentwicklung zu rechnen. Hier ist zentraler Treiber die demografische Entwicklung und die damit einhergehende generelle Zunahme der Bedeutung der älteren Menschen als Zielgruppe für Unterhaltung und Weiterbildung. Eine engere Kopplung von Unterhaltung und Bildung, das Edutainment, wie es bei der Zielgruppe Kinder schon weitverbreitet ist, steht für die Angebote für ältere Menschen noch aus.

Von Bedeutung ist auch die Tatsache, dass sich die am häufigsten angebotenen Themen auf dem eLearning-Markt noch nicht mit den Bildungspräferenzen der Zielgruppe decken. Diese Präferenzen verweisen, da vorwiegend Themen wie Kunst, Kultur, Theater, Gesundheit und Ernährung gewünscht werden, auf ein hohes Potenzial für Edutainment. Zudem wird die durch eLearning mögliche Senkung der Zugangsbarriere zu Bildung hinsichtlich technischer Unterstützung bei mangelnder Mobilität oder Unterstützung von Seh- und Hörfunktionen noch unzureichend berücksichtigt. Weitere Potenziale bestehen im Einsatz des eLearnings im Zusammenhang mit spezifischen Lerninhalten, z. B. dem Umgang mit dem Älterwerden, dem Lernen in Verbindung mit der Pflege sozialer Kontakte oder der (virtuellen) Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei eingeschränkter Mobilität.

Erfahrungen mit eLearning-Angeboten für ältere Menschen zeigen, dass entsprechende Angebote dann erfolgreich sind, wenn eine institutionelle Verankerung sichergestellt, an bestehende Kompetenznetzwerke angeknüpft und entsprechende Serviceplätze genutzt werden können. Hier belegen die bisherigen (wenigen) Erfahrungen, dass weiterbildungsinteressierte ältere Menschen besonders an Formen des kooperativen Lernens unter Einsatz spezifischer, kontextbezogener medialer Lehr- und Lernangebote interessiert sind.

Handlungsfelder

In Zukunft werden Organisationen, die im Bereich Erwachsenenbildung erfolgreich sein wollen, sich insgesamt dem Komplex eLearning für die heterogene Zielgruppe der Älteren intensiver widmen müssen. Bislang fehlt ihnen zumeist noch die spezielle technisch-organisatorische Kompetenz, um diese Zielgruppe erfolgversprechend ansprechen zu können. Der erforderliche hohe pädagogische, technische und auch finanzielle Aufwand mag bisher potenzielle Anbieter abschrecken. Ein Problem ist zum Teil aber auch mangelnde Phantasie, wie Bildung, Nutzung neuer Technologien und die Zielgruppe Ältere erfolgreich verbunden werden können. Bezogen auf die Entwicklung von konkreten eLearning-Angeboten lassen sich u.a. folgende Hinweise geben:

  • Tutoriell betreute sowie in Stil und Intensität altersspezifische Angebote sind unbetreuten Angeboten vorzuziehen. Die Betreuenden müssen eine zielgruppenspezifische Schulung erhalten.
  • Es ist auf eine konstruktive soziale Einbettung des eLearning-Angebots zu achten, die zugleich Mitlernende und Betreuende im jeweiligen Lernkontext berücksichtigen.
  • Didaktische Konzepte müssen die Lernerfahrungen der Älteren berücksichtigen. Inhalte sollten in kleinen Schritten bearbeitbar und Möglichkeiten der Erprobung gegeben sein. Die Berücksichtigung der thematischen Interessen der Älteren ist unabdingbar.
  • Die Technik sollte so gestaltet sein, dass sie kognitiv in den Hintergrund tritt und keine dauerhafte Erschwernis darstellt. Technische Umgebungen sollten auf unbedingt notwendige Funktionalitäten reduziert werden. Hard- und Software müssen fehlerfreundlich bzw. fehlbedienungssicher sein.
  • Ältere Frauen haben vielfach andere Interessensschwerpunkte als ältere Männer, daher sind unter inhaltlichen, sozioökonomischen und strukturellen Gesichtspunkten geschlechtsspezifisch angepasste Angebote vorzusehen.

Noch mehr als bei der Zielgruppe Kinder sind für die Zielgruppe der Älteren verstärkte Forschungsanstrengungen notwendig, die zum Teil überhaupt erstmals gesicherte Informationen und differenzierte Daten dazu erbringen müssten, auf welchen Voraussetzungen die Nutzung von Computer und Internet – und damit eine aktive Beteiligung an eLearning-Angeboten – in der Zielgruppe der Älteren aufbaut und welche Interessen und Ambitionen sie bei der Nutzung von eLearning im Kontext des lebenslangen Lernens verfolgen.

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