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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Informationen zur Untersuchung

Ökologischer Landbau und Biomasseproduktion

Hintergrund, zentrale Aspekte des Themas

Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung beinhaltet das Ziel, den Anteil des ökologischen Landbaus in den nächsten Jahren auf 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu steigern (Anteil 5,4 % im Jahr 2008). Gleichzeitig sieht die nationale Nachhaltigkeitsstrategie vor, den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf 10 % und ihren Anteil am Bruttostromverbrauch auf mindestens 30 % zu erhöhen. Die Beschlüsse des damaligen Kabinetts in Meseberg im August 2007 formulierten einen noch höheren Zielwert von 16 % Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch im Jahr 2020. Auf jeden Fall stellt die Biomasse mit einem Anteil von rund zwei Dritteln den wichtigsten erneuerbaren Energieträger. Der Anteil der Bioenergie am gesamten Primärenergieverbrauch soll sich dementsprechend von 4,9 % 2007, auf 11 % im Jahr 2020 weiter entwickeln.

Die Bioenergiebereitstellung beruht zunehmend auf landwirtschaftlichem Energiepflanzenanbau. Dieser belegt auch Flächen, die bisher für die Nahrungsmittelproduktion genutzt wurden (bzw. der Flächenstilllegung unterlagen). Gleichzeitig benötigt eine ökologische Nahrungsmittelerzeugung pro erzeugte Einheit einen höheren Flächeneinsatz als die konventionelle Produktion. Für eine Ausdehnung des ökologischen Landbaus auf einen Anteil von 30 % im Jahr 2030 müsste nach Szenarienberechnungen die Ackerfläche in Deutschland um ca. 10 % (oder 1,3 Mio. ha) ausgedehnt werden. In den letzten Jahren war ein Trend zu beobachten, dass die steigende Nachfrage nach ökologischen Lebensmitteln in Deutschland in zunehmendem Maße durch Importe gedeckt wurde. Die Analysen des TAB im Rahmen des jüngst abgeschlossenen Projektes »Chancen und Herausforderungen neuer Energiepflanzen« (der Abschlussbericht erscheint voraussichtlich im Frühling 2011) haben gezeigt, dass die zukünftige Entwicklung der Flächenkonkurrenz von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist.

Ökologisch wirtschaftende Betriebe gehören zu den Pionieren der Biogaserzeugung. In den letzten Jahren ist bei ihnen eine hohe Nachfrage nach Biogasanlagen festzustellen. Gründe sind u.a. eine verbesserte Grünland- und vor allem Kleegrasverwertung in allen Betriebsformen, insbesondere aber bei Ackerbaubetrieben. Aus der Praxis wird berichtet, dass mit der Biogasgülle Ertragssteigerungen von bis zu 30 % erreicht werden können. Damit würde sich der Flächenbedarf des ökologischen Landbaus verringern und gleichzeitig ein Beitrag zur regenerativen Energieversorgung geleistet. Kontrovers wird aber diskutiert, inwieweit weitere Umweltleistungen des ökologischen Landbaus (z.B. Humusgehalt des Bodens) durch die Ausbringung der Biogasgülle positiv bzw. negativ beeinflusst werden.

Ziel und Vorgehensweise

In dem TA-Projekt soll untersucht werden, ob ökologischer Landbau und Biomasseproduktion für energetische und stoffliche Verwendungen künftig stärker miteinander verbunden werden können, um eine steigende Nachfrage für beide Bereiche abzudecken, oder ob die entsprechenden Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie im Konflikt miteinander stehen und deshalb eine prioritäre Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktion auf einen Nutzungszweig vorgenommen werden muss.

Im o.g. TAB-Projekt »Chancen und Herausforderungen neuer Energiepflanzen« sind Fragen der Flächen- und Nutzungskonkurrenzen bereits auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene untersucht worden. Deshalb wird, aufbauend auf dem abgeschlossenen TAB-Projekt, eine Vertiefung mit folgenden Untersuchungsschwerpunkten durchgeführt:

  • Konkurrenz zwischen den zwei Nachhaltigkeitszielen ökologischer Landbau und Energiepflanzennutzung als Teil der regenerativen Energieproduktion (insbesondere Flächenbedarf unter verschiedenen Rahmenbedingungen)
  • Bestimmungsgründe und Hemmnisse der Umstellung auf ökologischen Landbau in den letzten Jahren (u.a. Einfluss der Ausweitung des Energiepflanzenanbaus)
  • Möglichkeiten der Integration von Bioenergieerzeugung und Energiepflanzennutzung in den ökologischen Landbau sowie deren Auswirkung auf Flächenbedarf und Ökosystemleistungen
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