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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Informationen zur Untersuchung

Urbaner Holzbau

Themenbereich: Technik, Gesellschaft, Innovation
Analyseansatz: TA-Projekt
Themeninitiative: Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Status: laufend
Bearbeitungsstand: Auswertung von Studien und Forschungs- und Marktdaten sowie Durchführung von Interviews
Laufzeit: 2020 bis 2021

Thematischer Hintergrund

War Holz bis in die Neuzeit der dominierende Werkstoff im Bauwesen, wurde die Holzbauweise zunächst durch Stein- und Ziegelbauten und im Zuge der industriellen Entwicklung durch Stahl- und Betonbau größtenteils substituiert.

Holzhäuser wurden bis in die 1990er Jahre überwiegend in ländlichen Regionen oder stadtnahen Randgebieten als Ein- oder Zweifamilienhäuser errichtet. Erst in jüngster Zeit zeigen sich eine Renaissance und Weiterentwicklung des Holzbaus. Durch die Weiterentwicklung von Baurichtlinien und -gesetzen, vor allem im Kontext Brandschutz, sowie durch die stärkere Orientierung von Gesellschaft und Politik auf Nachhaltigkeitsaspekte im Bauwesen hält die Holzbauweise nun seit einigen Jahren vermehrt im innerstädtischen Bau Einzug.

Motive für das Bauen mit Holz liegen einerseits in ökologischen Vorteilen (z. B. bessere CO2-Bilanz) gegenüber konventionellen Betonbauten. Bauteile können zudem gut vorgefertigt werden und ermöglichen so ein schnelleres Bauen mit bis zu 80 % weniger Baustellenverkehr. Die hohe Schwingfähigkeit von Holz erhöht auch die Erdbebensicherheit der Häuser, was in vielen (Welt-)Regionen relevant ist. Demgegenüber stehen zum Teil noch Schwierigkeiten bei der Erfüllung von Brandschutzanforderungen und aufwendigere Genehmigungsverfahren bei der Planung und Realisierung von Holzbauten.

Insbesondere im Bereich der Bestandssanierung – hierzu werden Baumaßnahmen zur Umnutzung, Aufstockung und Nachverdichtung gezählt – gewinnt die Holzbauweise an Bedeutung. Holz eignet sich immer besser auch für mehrgeschossige Bauten. Mittlerweile werden Holzhäuser mit fünf bis sieben Geschossen oder mehr errichtet. Im Jahr 2019 wurde in Heilbronn mit einer Höhe von 34 m und zehn Geschossen das erste Holzhochhaus in Deutschland fertiggestellt. Weitere Hochhäuser befinden sich in der Planung. Internationale Beispiele verdeutlichen die Möglichkeiten urbanen Holzbaus, z. B. das 63 Meter hohe, achtzehngeschossige Studentenwohnheim Brock Commons in Kanada oder das 84 Meter hohe, vierundzwanzig-geschossige Holzhochhaus HoHo in Wien.

Ziel und Vorgehensweise

Ziel der Kurzstudie ist es, einen Überblick über Herausforderungen und Potenziale des urbanen Holzbaus, d. h. in Bezug auf mehrgeschossige Holzhochhäuser und sonstige größere Holzbaukomplexe zu geben. In der Kurzstudie werden Innovationspotenziale des urbanen Holzbaus sowie die damit verbundenen TA-relevanten Implikationen analysiert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beschreibung der Akteurslandschaft und der Wertschöpfungskette (sogenanntes Ökosystem des urbanen Holzbaus).

Folgende Arbeitsschwerpunkte sind geplant: Zu Beginn wird ein Mapping aktueller, deutscher und internationaler Holzhochbauprojekte im urbanen Raum durchgeführt und in einer Übersicht dargestellt. Prägende Merkmale dieser Vorhaben werden herausgearbeitet. Parallel dazu erfolgt eine Analyse der Innovationslandschaft mit Blick auf Forschung und Entwicklung, Forschungsschwerpunkte und Forschungsoutput einerseits sowie eine Analyse von Akteuren und Wertschöpfungsketten andererseits. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die Identifizierung und Beschreibung der absehbaren direkten und indirekten Effekte für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt.

Für die Untersuchung werden Studien, Forschungs-/Marktdaten, ggf. vorhandene Technologie-Roadmaps sowie Beschreibungen aktueller und geplanter Holzbauvorhaben ausgewertet. Zur Strukturierung des Themenfeldes und Vertiefung verschiedener TA-relevanter Fragestellungen werden Interviews mit relevanten Akteuren aus dem Holzbausektor und konventionellem Bausektor geführt.

Stand der Projektbearbeitung

Den Ausgangspunkt der Bearbeitung bildete das im Horizon-Scanning 2018 erarbeitete Themenkurzprofil »Urbaner Hozbau« PDF [0,74 MB]. Der TAB-Konsortialpartner VDI/VDE-IT hat im Mai 2020 mit der Erarbeitung der TA-Kurzstudie begonnen.

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