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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

05.12.2012 | Veranstaltung

EPTA-Netzwerk zu Gast in Barcelona

Das jährliche Treffen des Councils sowie die Konferenz des Netzwerks der europäischen Einrichtungen für Technikfolgenabschätzung für die jeweiligen Parlamente (European Parliamentary Technology Assessment, EPTA) fand vom 22. bis 23. Oktober in der Hauptstadt Kataloniens statt. Gastgeber war das »Catalan Parliament’s Science and Technology Advisory Board (CAPCIT)«, das 2012 die EPTA Präsidentschaft innehatte.

Zurzeit hat EPTA 14 Voll- und 4 assoziierte Mitglieder. Gegründet im Jahr 1990 hat es zum Ziel, den Erfahrungsaustausch und die internationale Kooperation von Einrichtungen zu befördern, die für Parlamente in Europa Technikfolgenabschätzung als wissenschaftliche Beratungsleistung für politische Deliberations- und Entscheidungsprozesse erbringen.

Traditionell werden in jedem Herbst zwei EPTA-Veranstaltungen parallel durchgeführt, der Council, in dem das EPTA-Netzwerk Interna diskutiert und ggf. entscheidet, sowie die öffentliche Konferenz, die in diesem Jahr unter dem Motto »From genes to jeans: challenges on the road to personalised medicine« stand.

Auf der Sitzung des EPTA-Councils gab es aus zwei Mitgliedsländern einschneidende strukturelle Veränderungen zu vermelden: Das »Danish Board of Technology (DBT)« wurde zum 21. Juni 2012 in eine privatrechtliche »Foundation« überführt, die noch stärker als bisher auf eingeworbene Projektmittel angewiesen sein wird. In einer Findungsphase soll bis 2014 die Art der Kooperation der neuen »DBT Foundation« mit dem dänischen Parlament eruiert werden. Auch das flämische »Institute Society and Technology (IST)« erhält eine neue Trägerschaft und wandelt sich von einer Einrichtung des flämischen Parlaments zu einer Abteilung des VITO-Instituts für Technikforschung. In welcher Form die parlamentarische Technikfolgenabschätzung hier fortgeführt werden soll, bedarf noch der weiteren Klärung. Mit gemischten Gefühlen wurden diese Mitteilungen von den EPTA-Partnern aufgenommen.

Über den aktuellen Stand und den geplanten Fortgang des Projekts PACITA (Parliaments and Civil Society in Technology Assessment), das aus den Reihen der EPTA-Mitglieder initiiert wurde und aus EU-Mitteln gefördert wird, wurde ausführlich informiert und diskutiert. Dieses Projekt hat die Förderung der Idee parlamentarischer TA in Europa zum Ziel in Ländern, in denen es bisher keine institutionalisierte (parlamentarische) TA gibt, v.a. in Süd- und Osteuropa. Ein Highlight war die feierliche Eröffnung des »TA-Portals«, einer Datenbank für TA-Publikationen, Projekte, Institutionen sowie Experten in Europa, die ab sofort unter www.technology-assessment.info online durchsuchbar ist.

Zum Abschluss des Treffens wurde die Präsidentschaft des EPTA-Netzwerks für 2013 unter großem Applaus nach Finnland vergeben. Das »Committee for the Future« des finnischen Parlaments feiert nächstes Jahr sein 20-jähriges Bestehen und erhält somit die Gelegenheit, diesen feierlichen Anlass mit der Ausrichtung der nächsten EPTA-Konferenz im Herbst 2013 zu verbinden.

Die diesjährige EPTA-Konferenz fand in den Räumlichkeiten des katalanischen Parlaments statt und wurde eröffnet von der Parlamentspräsidentin und Präsidentin von CAPCIT, Frau Núria de Gispert. Getragen von Präsentationen von Wissenschaftlern, Vertretern von biomedizinischen Unternehmen sowie nicht zuletzt hochrangigen Vertretern der katalanischen Regierung entwickelte sich ein »Showcase« der katalanischen Wissenschaft und Technikforschung im Bereich der personalisierten Medizin. Neben zentralen Themen des medizinischem Bedarfs und der Herausforderungen für zukünftige Forschung und Entwicklung wurden auch die Kosten thematisiert, die auf die Gesundheitssysteme zukommen würden, wenn personalisierte Medizin breit angewendet werden könnte bzw. würde. Genetische und sozio-kulturelle Risikofaktoren für Erkrankungen wurden beleuchtet und bioethische und soziale Verantwortungsfragen diskutiert. Videoaufzeichnungen der Vorträge sind auf der Website des katalanischen Parlaments verfügbar.

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