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Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag

Informationen zur Untersuchung

Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Systeme – Herausforderungen und Perspektiven

Themenbereich: Ernährung, Landwirtschaft, Grüne Gentechnik
Analyseansatz: TA-Projekt
Themeninitiative: Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sowie Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung
Status: abgeschlossen
Laufzeit: 2017 bis 2019

Gegenstand und Ziel der Untersuchung

Die Landwirtschaft in Deutschland und der EU unterliegt einem kontinuierlichen Strukturwandel hin zu stärker spezialisierten und größeren Betrieben. Vor diesem Hintergrund gibt es seit Jahren eine kontroverse Diskussion, welche Betriebsgrößen und Formen der Landbewirtschaftung einer nachhaltigen Landwirtschaft am besten entsprechen. Bisherige Ansätze einer Nachhaltigkeitsbewertung im Bereich Landwirtschaft konzentrieren sich einerseits auf den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb und andererseits auf den gesamten Agrarsektor. Aggregationsstufen dazwischen sind bisher kaum untersucht worden. Lediglich für den Vergleich zwischen ökologischen und konventionellen Produktionsweisen sind in den letzten Jahren zahlreiche Veröffentlichungen erschienen, in denen verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte untersucht wurden. Eine exemplarische Aufarbeitung des Kenntnisstands zur vergleichenden Nachhaltigkeitsbewertung von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft bietet sich auch aufgrund der besonderen Relevanz für die agrarpolitische Diskussion an. Das TAB wurde beauftragt, zu untersuchen, welche Ansätze einer Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Systeme zukünftig geeignet erscheinen, um als Orientierungsrahmen für eine ökonomisch tragfähige, sozial- und umweltverträgliche Agrar- und Umweltpolitik zu dienen. Besonderes Augenmerk lag auf bestehenden Hemmnissen, die sich u. a. aus einer unzureichenden Datenlage ergeben können, sowie auf den Optionen, diese Hemmnisse zu überwinden.

Zentrale Ergebnisse

Das Projekt umfasste drei Schwerpunkte: erstens eine Darstellung des landwirtschaftlichen Strukturwandels in Deutschland und weiteren europäischen Ländern, zweitens die Erhebung und Analyse des Stands der Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Betriebe und des Agrarsektors in Deutschland und international sowie drittens eine Aufarbeitung des Wissensstands zu den Auswirkungen ökologischer und konventioneller Landwirtschaft als Beispiel einer vergleichenden Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Systeme. Der landwirtschaftliche Strukturwandel wird untergliedert nach verschiedenen Merkmalen beschrieben. Diskutiert werden zugrundeliegende Triebkräfte sowie mögliche Zusammenhänge zwischen Betriebsstrukturmerkmalen und Nachhaltigkeit unter besonderer Berücksichtigung des Verständnisses von bäuerlicher und industrieller Landwirtschaft in der gesellschaftlichen Debatte. Existierende Nachhaltigkeitsbewertungssysteme für einzelne landwirtschaftliche Betriebe werden dargestellt und verglichen. Separat davon werden Ansätze zur Nachhaltigkeitsbewertung von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten und Produkten ebenso wie für den Agrarsektor insgesamt analysiert. Detailliert wird die große Zahl von Vergleichsuntersuchungen zur ökologischen und konventionellen Landwirtschaft hinsichtlich ihrer Aussagekraft und ihrer Leerstellen ausgewertet, differenziert nach ökonomischer, sozialer und ökologischer Dimension der Nachhaltigkeit. Vorgestellt werden potenzielle Datenquellen für zukünftige umfassendere Vergleiche von Anbausystemen. Die abgeleiteten politischen Gestaltungsmöglichkeiten richten sich auf die Initiierung eines politischen Dialogs zum Konzept der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, die Intensivierung der Forschung zur Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Systeme sowie die umfassende Erhebung von Nachhaltigkeitsindikatoren im Rahmen des Bioökonomiemonitorings.

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