Robotik in der Pflege – gesellschaftliche Herausforderungen

  • Tagung:

    Öffentliches Fachgespräch

  • Tagungsort:

    Marie-Elisabeth-Lüdershaus

  • Datum:

    20.02.2019

  • Referent:

    Dr. Birgit Graf, Fraunhofer IPA

    Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Universität Osnabrück

    Anna Grohmann, Wolfsburg AG

    Christine Weiß, VDI/VDE-IT

    Dr. Bettina-Johanna Krings, KIT/ITAS

    Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW

    Alexander Huhn, Caritas-Zentrum Garmisch-Partenkirchen

    Peter Tackenberg, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)

    Dr. Sibylle Meyer, SIBIS GmbH

Robotik in der Pflege Bialasiewicz/123rf.com, SoftBank Robotics, Kiselev/123rf.com
Ist ein verbreiteter Einsatz von Robotik in der Pflege wünschbar? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen sind damit verbunden?

Worum ging's?

Kaum ein gesellschaftlicher Bereich ist von der Alterung der Gesellschaft so betroffen wie die Pflege. Der drohende Pflegenotstand gilt als eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen, die – so wird teilweise postuliert – nur mit dem verstärkten Einsatz neuer Technologien zu bewältigen ist. Speziell autonom agierenden Service- bzw. Pflegerobotern wird großes Potenzial zugeschrieben, Pflegekräfte entlasten und Pflegebedürftige im Alltag unterstützen zu können – entsprechende Anwendungen befinden sich zahlreich in Entwicklung und Erprobung. Gleichzeitig stellen sich aber auch grundsätzliche Fragen hinsichtlich der gesellschaftlichen Wünschbarkeit eines verbreiteten Robotereinsatzes, vor allem angesichts der grundlegenden Bedeutung der zwischenmenschlichen Interaktion für die Pflegearbeit.

Im Zentrum des öffentlichen Fachgesprächs standen drei Kernfragen:

1. Was können Roboter zu guter Pflege beitragen und welche pflegerischen sowie ethischen Herausforderungen ergeben sich durch eine zunehmende Automatisierung des Pflegealltags?
2. Wie könnte eine angemessene Gestaltung der Technikentwicklung aussehen, um möglichst bedarfsorientierte und akzeptanzfähige Lösungen zu erhalten?
3. Welche Rolle sollte Automatisierungslösungen zukünftig im Kontext der Pflege zukommen? Was sind wünschenswerte gesellschaftliche Entwicklungen und politische Gestaltungsoptionen für die Pflege der Zukunft?

Hintergrund

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) hat 2018 im Auftrag des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (ABFTA) den Arbeitsbericht Nr. 177: Robotik und assistive Neurotechnologien in der Pflege – gesellschaftliche Herausforderungen vorgelegt. Ein Anliegen war es, in diesem Spannungsfeld Orientierung zu ermöglichen und insbesondere politikrelevante Folgedimensionen herauszuarbeiten. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Klärung normativer Fragen und die Möglichkeiten zur prospektiven Governance der Technikentwicklung gelegt.

Weitere Informationen

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