KI und Biotechnologie: Neue TAB-Studie analysiert Sicherheitsrisiken und Handlungsoptionen

Der TAB-Arbeitsbericht untersucht mögliche Sicherheitsrisiken des Zusammenspiels von KI und Biotechnologie. Die verfügbare Evidenz ist begrenzt, zugleich sprechen bestehende Unsicherheiten und die hochdynamischen Entwicklungen für vorsorgendes Handeln.
Titelblatt des TAB-Berichts „Biotechnologie und künstliche Intelligenz“
Das Titelbild greift die im Bericht diskutierten Unsicherheiten sowie mögliche seltene, aber folgenschwere („Black Swan“-)Risiken an der Schnittstelle von KI und Biotechnologie auf.

Künstliche Intelligenz eröffnet der Biotechnologie neue Möglichkeiten für Forschung, Medizin und industrielle Anwendungen. Gleichzeitig wird international zunehmend diskutiert, ob das Zusammenwirken von KI und modernen biotechnologischen Verfahren auch Risiken für die Biosicherheit birgt und die Entwicklung biologischer Waffen erleichtern könnte. Der jetzt veröffentlichte TAB-Arbeitsbericht Nr. 217 „Biotechnologie und künstliche Intelligenz: Risiken der Forschung für die Sicherheit sowie die Proliferation von Biowaffen“ analysiert den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Debatte, bewertet die verfügbare empirische Evidenz und diskutiert Handlungsoptionen für Politik und Regulierung.

Im Mittelpunkt der internationalen Sicherheitsdebatte stehen insbesondere drei Entwicklungen: die mögliche Wissensvermittlung durch große Sprachmodelle, der Einsatz biologischer KI-Modelle zum Design von Proteinen oder Krankheitserregern sowie die zunehmende Automatisierung biologischer Forschung durch robotisierte Laborsysteme. Die Auswertung der verfügbaren Studien zeigt jedoch, dass die Frage, ob KI die Hürden für die Herstellung biologischer Waffen tatsächlich entscheidend senkt, derzeit offenbleibt. Insbesondere für Personen ohne relevante Fach- und Laborerfahrung erscheint dies nach gegenwärtigem Kenntnisstand nach wie vor wenig wahrscheinlich.

Gleichzeitig verweist der Bericht auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen. Angesichts möglicher biologischer Bedrohungen mit potenziell gravierenden Folgen empfiehlt das TAB ein kontinuierliches Monitoring der hochdynamischen Entwicklungen an der Schnittstelle von KI und Biotechnologie. Der Bericht diskutiert darüber hinaus verschiedene weitere vorsorgende Handlungsoptionen, die sowohl Risiken reduzieren als auch die gesellschaftliche Resilienz gegenüber möglichen biologischen Bedrohungen stärken sollen. Darunter sind verpflichtende Sicherheitsüberprüfungen für Bestellungen von synthetisch hergestellten Gensequenzen (Nukleinsäuresynthesen), nach Risikopotential abgestufte Zugangskontrollen zu besonders leistungsfähigen biologischen KI-Modellen, die Stärkung internationaler Kontrollmechanismen sowie der Ausbau von Fähigkeiten zur Pandemievorsorge und biologischen Gefahrenabwehr.

Die Ergebnisse des Projekts wurden bereits am 8. Juli 2026 im Rahmen eines öffentlichen Fachgesprächs mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages sowie Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis diskutiert. Die Veranstaltungsdokumentation ist auf der TAB-Website verfügbar.

Neben dem ausführlichen TAB-Arbeitsbericht Nr. 217 stehen die wichtigsten Ergebnisse auch im TAB-Fokus Nr. 51 in kompakter Form zur Verfügung. Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite „KIxBio“.

13.08.2026

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